08. März 2011

Gewerkschaft wirbt für mehr »Frau am Bau«

Frauen stellen auf Baustellen nach wie vor eine große Ausnahme dar, kritisiert die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Internationalen Frauentags am 8. März. Das gilt nicht nur für die körperlich fordernden Berufe, sondern auch für solche, bei denen es besonders auf präzises Arbeiten ankommt – wie etwa Kranführerin. Unter den rund 25.000 Fachkräften waren im Erhebungszeitraum Juni 2010 laut Bundesagentur für Arbeit lediglich 54 Frauen.


Das Verhältnis hat sich in den vergangenen zehn Jahren nicht verbessert. Bereits im Juni 2000 waren ebenfalls nur rund zwei von tausend Baumaschinenführern weiblich.


»Zu Unrecht bestehen noch immer Vorurteile gegen die Arbeit von Frauen am Bau«, sagt IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Bärbel Feltrini. »Dabei haben in der Vergangenheit viele Frauen bewiesen, dass sie den Aufgaben ebenso gewachsen sind wie Männer.« Gut 17 Jahre nach dem Fall des Beschäftigungsverbots von Frauen im Bauhauptgewerbe in Westdeutschland sei es an der Zeit, dass sich das Image der Bauberufe wandle. »Bei Polizei und Bundeswehr haben Frauen gezeigt, dass sie auch in vermeintlich typischen Männerberufen erfolgreich arbeiten können«, sagte Feltrini. »Es gibt keinen Grund, warum das nicht auch am Bau gelingen sollte.«


Bis 1994 galt in Westdeutschland ein Beschäftigungsverbot für Frauen im Bauhauptgewerbe. Dagegen waren Frauen in der früheren DDR insbesondere als Baumaschinenführerinnen angesehene Kolleginnen auf Baustellen. Probleme mit getrennten Sanitärbereichen gab es offenbar nicht. Die erforderliche Extra-Toilette für Frauen wird heute noch immer als ein Argument gegen eine Beschäftigung von Frauen auf Baustellen vorgeschoben.