15. März 2011

Forderung: Wohnungsbau in Baden-Württemberg verdoppeln

Jochen Bayer, Sprecher der Aktionsgemeinschaft »Impulse für den Wohnungsbau in Baden-Württemberg«, warnt vor einer neuen Wohnungsnot in Baden-Württemberg. In einigen Städten und Regionen sei die ausreichende Versorgung mit Wohnraum nicht mehr gewährleistet. Werde der Wohnungsbau weiter zurückgefahren, würden die Mieten steigen und bezahlbarer Wohnraum knapp. Zudem seien bereits heute die wenigsten Wohnungen energieeffizient und altersgerecht, erklärte Bayer am 14. März auf einer von der SPD-Landtagsfraktion veranstalteten Landespressekonferenz.



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Von links: Dr. Roland Peter (Pressesprecher SPD-Fraktion), Arnold Rieger (LPK), Dr. Nils Schmid (stellv. SPD-Fraktionsvorsitzender) und Jochen Bayer (Sprecher der Aktionsgemeinschaft Impulse für den Wohnungsbau). (Foto: Impulse für den Wohnungsbau)
Wissenschaftliche Institute errechnen bis zum Jahr 2025 einen Gesamtbedarf von über einer Million neugebauten Wohnungen in Baden-Württemberg. Das bedeutet, dass pro Jahr rund 60.000 Wohnungen im Land neu gebaut werden müssen, im Jahr 2009 waren es jedoch nur 25.402 Wohnungen.


Nicht eine drastische Reduzierung, wie es das Statistische Landesamt empfiehlt, sondern eine Verdopplung des Wohnungsneubaus sei nötig, um Engpässe zu vermeiden, stellt Bayer fest. Vor allem junge Familien, Senioren und gering verdienende Menschen werden von Wohnungsmangel besonders betroffen sein.


Um den Mietwohnungsbau zu fördern, fordert die Aktionsgemeinschaft neben einem erweiterten Wohnungsbauförderprogramm auch eine Bundesratsinitiative zur Wiedereinführung der degressiven Abschreibung oder zumindest die Erhöhung der linearen Abschreibungssätze von zwei Prozent auf vier Prozent. Von den vermehrten Investitionen profitieren durch erhöhte Steuereinnahmen und Sozialabgaben auch die öffentlichen Haushalte.


Die Aktion Impulse für den Wohnungsbau ist ein breites Bündnis von Vertretern der Bau- und Immobilienwirtschaft, Arbeitnehmern und Mietern aus Baden-Württemberg. Gemeinsames Ziel ist es, für bessere politische Rahmenbedingungen im Wohnungsbau zu werben.