23. März 2011

Architekten: Geschäftsklima leicht verbessert

Nach den Umfrageergebnissen des ifo-Instituts hat sich das Geschäftsklima bei den freischaffenden Architekten zu Beginn des ersten Quartals 2011 etwas verbessert. Die leichte Aufhellung resultiert dabei ausschließlich aus einer deutlich optimistischeren Einschatzung der zukünftigen Entwicklung als in den beiden Vorquartalen; die derzeitige Geschäftslage wurde dagegen von den Testteilnehmern nicht mehr ganz so gut beurteilt.

Die befragten Architekten beurteilten ihre aktuelle Geschäftslage zurückhaltender als vor drei Monaten. Nur noch drei von zehn Testteilnehmern (Vorquartal: 35%) waren mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden; der Anteil der Architekten, die ihre Geschäftslage mit ≫schlecht≪ bezeichneten, sank allerdings nur geringfügig von rund 27 auf 26%. Bezüglich der Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate nahm die Zuversicht spürbar zu (vgl. Abb. 1). Der aufwärts gerichtete Trend, der nunmehr bereits seit gut fünf Jahren zu beobachten ist, setzte sich damit – nach einer ≫Konsolidierungsphase≪ 2010 – weiter fort. Jeder sechste Testteilnehmer (Vorquartal: 14%) erwartete, dass seine Auftragssituation in etwa einem halben Jahr voraussichtlich ≫eher günstiger≪ sein wird. Die Zahl der Skeptiker verringerte sich gleichzeitig erheblich: Nur noch 20% – nach 27% im Vorquartal – gingen von einer ≫eher ungünstigeren≪ Entwicklung in den kommenden sechs Monaten aus.

Im vierten Quartal 2010 konnten rund 51% der Testteilnehmer neue Vertrage abschließen. Die ≫magische≪ 50%-Marke wurde damit wieder überschritten. Dabei lag das geschatzte Bauvolumen aus den neu abgeschlossenen Vertragen (Neubauten ohne Planungsleistungen im Bestand) gut ein Zehntel über dem Niveau des Vorquartals. Das insgesamt von den Architekten akquirierte Planungsvolumen war im Wohnungsbau rund ein Sechstel großer als im dritten Quartal 2010 (vgl. Abb. 2); im Nichtwohnbau erhöhte sich die Auftragssumme gegenüber dem Vorquartal um rund 10% (vgl. Abb. 3). Die Aufträge zur Planung von Ein- und Zweifamilienhäusern lagen im vierten Quartal 2010 um 12% über dem Niveau des Vorquartals. In dem Aufwärtstrend, der seit Ende 2007 zu beobachten ist, wurde damit eine neue Höchstmarke erreicht. Das durchschnittliche Auftragsvolumen, das die Architekten in diesem Teilsegment in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre erhielten – einer Phase mit wirklich guter Auftragslage –, war aber noch rund 30% großer. Nach einer sehr erfreulichen Entwicklung im Verlauf des ersten Halbjahrs 2010 mussten die von uns befragten Architekten bei den Planungsauftragen für Mehrfamiliengebäude im dritten Quartal einen herben Ruckschlag hinnehmen. Mit einem Anstieg des Planungsvolumens um rund 20% im Berichtsquartal konnte nur rund die Hälfte dieses Einbruchs wieder wettgemacht werden.

Der Umfang der Planungsauftrage von privaten und gewerblichen Auftraggebern bewegte sich im vierten Quartal 2010 nur unwesentlich (+ 2%) über dem Niveau des Vorquartals. Ähnlich umfangreiche Aufträge akquirierten die Architekten auch bereits in den ersten beiden Quartalen. Berücksichtigt man den jähen Einbruch im dritten Quartal 2009, so ist die Erholung um gut 50% seitdem eine komfortable Entwicklung. Die befragten Architekten konnten im Berichtsquartal zum dritten Mal in Folge die von öffentlichen Auftraggebern erhaltenen Planungsaufträge deutlich steigern. Mit einem Plus von rund 20% wurden fast doppelt so umfangreiche neue Planungsauftrage hereingenommen wie im ersten Quartal 2010.

Die durchschnittliche Reichweite der Auftragsbestände der befragten Architekturbüros stieg weiter an. Die Auftragspolster betrugen zum Jahresende 2010 rund 5,7 Monate (vgl. Abb. 4). Der letzte ≫Spitzenwert≪ vom Frühjahr 2010 (5,9 Monate) wurde nur knapp verfehlt.