31. März 2011

Geschäftsklima in der Bauwirtschaft weiterhin sehr freundlich

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests war das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im März nicht mehr ganz so prächtig wie im Vormonat. Die Befragungsteilnehmer waren mit ihrer momentanen Geschäftslage etwas weniger zufrieden und für die Zukunft weniger optimistisch. Dennoch blieb das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe weiterhin sehr freundlich.

Die Bauproduktion sowie die Kapazitätsauslastung stiegen an. Mit 72% (saison- und witterungsbereinigt) war der Ausnutzungsgrad der Gerätekapazitäten sogar um 8 Prozentpunkte großer als vor einem Jahr. ≫Nur≪ 70% der Unternehmen klagten über Produktionsbehinderungen; im vorigen Jahr waren es rund 90%. Gut die Hälfte der Testteilnehmer (März 2010: 79%) meldeten Beeinträchtigungen aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse, ebenfalls deutlich weniger als vor einem Jahr (24 nach 31%) klagten über Auftragsmangel. Die Auftragsbestande erhöhten sich auf durchschnittlich 2,8 Monate (saison- und witterungsbereinigt), vor einem Jahr reichten die Reserven für 2,5 Produktionsmonate. Per saldo waren ≫nur≪ noch rund 20% der befragten Unternehmen waren mit der Auftragslage nicht zufrieden (März 2010: 30%). Den Firmenangaben zufolge konnten im Berichtsmonat die Preise heraufgesetzt werden. Nach den Meldungen der Unternehmen zu schließen, durften sich auch in den kommenden Monaten zahlreiche Preisanhebungsspielraume eröffnen. Die befragten Firmen wollen auch in den nächsten Monaten ihren Personalbestand weiter erhöhen.

Im Hochbau insgesamt hat sich das Geschäftsklima geringfügig eingetrübt; es ist aber weiterhin deutlich besser als im Tiefbau. In allen drei Hochbausparten waren die Unternehmen mit ihrer Geschäftslage etwas weniger zufrieden als im Februar; die Geschäftserwartungen für das nahste halbe Jahr waren nicht mehr ganz so positiv wie im Vormonat. Knapp die Hälfte der Unternehmen berichtete über witterungsbedingte Produktionsstörungen (März 2010: 73%); über Auftragsmangel klagte ≫nur≪ noch jeder Vierte, vor Jahresfrist waren es 34%. Die Bauproduktion war etwas umfangreicher als im Vormonat; mit 72% lag die Geräteauslastung deutlich über dem Wert des Vorjahres (63%). Die Auftragspolster vergrößerten sich im Wohnungsbau um 0,2 auf 2,5 Monate und im öffentlichen Hochbau um 0,1 auf 2,4 Monate; im gewerblichen Hochbau verlängerte sich die Reichweite der Auftragsbestande sogar um einen halben Monat auf 3,2 Monate. Im Hochbau insgesamt erhöhten sich die Auftragsreserven von 2,5 auf 2,8 Monate; vor einem Jahr war der Auftragsbestand knapp einen halben Monat kleiner. Die Testergebnisse lassen erkennen, dass die Preise im März anzogen. Für die nächsten Monate gingen die Testteilnehmer davon aus, dass sie die Preise vermehrt heraufsetzen können.

Im Tiefbau hat sich das Geschäftsklima unwesentlich verschlechtert. Die befragten Firmen beurteilten ihre aktuelle Lage erneut etwas günstiger als im Vormonat. Der Optimismus in den Erwartungen bekam jedoch einen leichten Dampfer. Drei Viertel der im Tiefbau tätigen Unternehmen berichteten über Behinderungen der Bautätigkeit. Davon gaben nahezu alle an, dass sie bei der Abwicklung ihrer Auftrage vom Wetter beeinträchtigt wurden; knapp ein Viertel klagte über fehlende Auftrage. Dennoch konnten die Bauproduktion und der Ausnutzungsgrad des Maschinenparks erhöht werden. Mit 73% übertraf die Kapazitätsauslastung in dieser Sparte das Vorjahresniveau (66%) erheblich. Die Reichweite der Auftragsbestande kletterte im Straßenbau von 2,4 auf 2,7 Monate und im sonstigen Tiefbau von 2,5 auf 2,9 Monate. Im Durchschnitt der Tiefbausparten waren die Auftragsreserven mit 2,8 Monaten allerdings nur etwas großer als vor einem Jahr (2,7 Monate). Den Testergebnissen zufolge konnten die Preise im März nur vereinzelt heraufgesetzt werden. Für die nächsten Monate gingen die Unternehmen jedoch davon aus, dass sich die Preiserhöhungsspielraume vergrößern.

Bauwirtschaft (Ost)
In den neuen Bundeslandern blieb das Geschäftsklima freundlich. Dies ist zum allergrosten Teil auf den gewerblichen Hochbau zuruckzufuhren. In dieser Teilsparte verbesserten sich die Lageurteile merklich; auch der Optimismus bezuglich der Entwicklung in den nachsten sechs Monaten verstarkte sich. Drei von vier Unternehmen berichteten uber Produktionsbehinderungen durch ungunstige Witterung, nur noch 23% (Marz 2010: 37%) waren von Auftragsmangel betroffen. Die Gerateauslastung stieg von 74 auf 76% (saison- und witterungsbereinigt); vor Jahresfrist waren es 10 Prozentpunkte weniger. Die Reichweite der Auftragsbestande verlangerte sich von 2,5 auf 2,6 Monate. Dabei erfolgte lediglich im sonstigen Tiefbau eine etwas grosere Veranderung: Die Auftragsreserven stiegen von 2,9 auf 3,2 Monate. Die Testteilnehmer berichteten von Preiserhohungen. Auch in den kommenden Monaten erwarteten die befragten Firmen steigende Preise.