07. April 2011

HWK Koblenz: Handwerkskonjunktur weiter im Hoch


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Nach der aktuellen Konjunkturbefragung der Handwerkskammer Koblenz unter 2.800 Handwerksbetrieben schätzen 82 Prozent der Betriebsinhaber im nördlichen Rheinland-Pfalz ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Der Vergleichswert aus dem Frühjahr 2010 lag bei 69 Prozent. Bei den Betrieben in den Ausbauhandwerken wie Tischler, Maler, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker sind 84 Prozent (74 Prozent) und unter den Bauhandwerkern 83 Prozent (63 Prozent) mit ihrer Geschäftslage zufrieden.


Im Landesdurchschnitt berichten aktuell 83 Prozent über ein zufrieden stellendes Geschäftsklima. »Wir freuen uns über die sehr guten Ergebnisse der Frühjahrsumfrage für das Handwerk im Kammerbezirk Koblenz. Auch die einzelnen Indikatoren der Befragung, wie Betriebsauslastung, Umsatzentwicklung und Auftragseingang wurden von den befragten Handwerksbetrieben besser eingeschätzt, als vor einem Jahr«, stellen HWK-Präsident Werner Wittlich und HWK-Hauptgeschäftsführer Alexander Baden zufrieden fest.


Die Stimmung in den einzelnen Landkreisen unterliegt einer Bandbreite von 64 bis 93 Prozent. Das beste Geschäftsklima melden über alle Handwerke die Betriebe in den Kreisen Bad Kreuznach und Rhein-Hunsrück. Von ihnen beurteilen 93 Prozent (79 Prozent) beziehungsweise 92 Prozent (89 Prozent) ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als positiv. Den schlechtesten Wert weisen die Stadt Koblenz mit 64 Prozent (40 Prozent) und der Kreis Birkenfeld mit 68 Prozent (54 Prozent) der Befragten auf.


Gute Betriebsauslastung und steigende Umsätze

Bei der Kapazitätsauslastung geben im Frühjahr 2011 59 Prozent der Handwerksbetriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz an, zu mindestens 70 Prozent ausgelastet zu sein. Im Vorjahr waren dies lediglich 47 Prozent der Befragten. Im Landesdurchschnitt geben ebenfalls 59 Prozent eine zufrieden stellende Auslastung an.


Die höchste Auslastung liegt bei den Betrieben aus den Kreisen Rhein-Hunsrück mit 72 Prozent und Cochem-Zell mit 69 Prozent. Beim Auftragsvorlauf liegen die Betriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz mit 8,8 Wochen über dem Landesdurchschnitt von 7,7 Wochen. Dabei weisen die befragten Betriebe im Westerwaldkreis mit 10,9 Wochen den höchsten und im Kreis Altenkirchen mit 6,4 Wochen den niedrigsten Wert auf.


Während vor einem Jahr 63 Prozent der befragten Betriebe im Kammerbezirk Koblenz einen konstanten oder gestiegenen Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal angaben, steigt dieser Wert aktuell auf 74 Prozent. Einen konstanten oder gestiegenen Auftragseingang geben aktuell 73 Prozent (60 Prozent) der befragten Handwerker an.


Auch die Umsatzentwicklung der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz zeigt sich in diesem Frühjahr positiv. Im Landesdurchschnitt geben 67 Prozent (46 Prozent) der befragten Betriebe höhere oder zumindest gleiche Einnahmen an, im Kammerbezirk Koblenz sind dies 66 Prozent (50 Prozent). 34 Prozent (50 Prozent) der Handwerksbetriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz müssen Umsatzeinbußen hinnehmen.


Investitionstätigkeit zufrieden stellend – Beschäftigungsmarkt stabil

Die Investitionsbereitschaft hat sich leicht positiv entwickelt. Der Anteil investierender Betriebe im Kammerbezirk Koblenz steigt von 30 Prozent auf jetzt 37 Prozent, dabei sinkt die durchschnittliche Investitionssumme pro Betrieb leicht von 41.000 Euro auf 38.000 Euro. Die durchschnittliche Investitionssumme im Land beläuft sich auf 41.000 Euro, der Anteil der investierenden Betriebe beträgt 32 Prozent.


Der Personalbestand im Kammerbezirk Koblenz ist von hoher Stabilität gekennzeichnet. 78 Prozent (76 Prozent) der befragten Betriebe in der Region Mittelrhein nehmen im ersten Quartal dieses Jahres keine personellen Veränderungen vor, 12 Prozent (7 Prozent) stellen Mitarbeiter ein und 11 Prozent (17 Prozent) bauen Stellen ab. Zukünftig denken 12 Prozent (11 Prozent) über Einstellungen nach. 7 Prozent (9 Prozent) der Befragten befürchten, in den nächsten drei Monaten Mitarbeiter entlassen zu müssen.


Geschäftsklimaindex deutlich verbessert – Zukunftsaussichten sind optimistisch

Auch beim Verlauf des Geschäftsklimaindex, in dessen Berechnung die aktuelle Geschäftslage und die Zukunftserwartungen der Betriebe einfließen, erkennt man eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. So liegt der Geschäftsklimaindex mit aktuell 84 Prozent im Kammerbezirk Koblenz so hoch wie seit langem nicht. Im Frühjahr 2005 betrug er 56 Prozent, steigerte sich in 2007 auf 79 Prozent und fiel dann im Frühjahr 2008 auf 71 Prozent und 2009 auf 69 Prozent zurück. Im letzten Frühjahr konnte wieder ein steigender Geschäftsklimaindex von 75 Prozent verzeichnet werden. Jetzt liegt er noch einmal neun Punkte darüber.


Für den kommenden Sommer rechnen 84 Prozent (74 Prozent) der befragten Handwerker im nördlichen Rheinland-Pfalz mit Wachstumsimpulsen, 16 Prozent (26 Prozent) befürchten Umsatzrückgänge. Wie im Vorjahr rechnen 23 Prozent der befragten Unternehmen in den nächsten drei Monaten mit einem steigenden Auftragsvolumen, 67 Prozent (63 Prozent) gehen von Konstanz aus. Die zukünftige Investitionsbereitschaft wird von 69 Prozent (59 Prozent) der Betriebe als konstant oder steigend angegeben. 31 Prozent der Unternehmen wollen im nächsten Quartal weniger investieren.


»Das Handwerk im nördlichen Rheinland-Pfalz blickt weiter optimistisch in die Zukunft. 86 Prozent der Betriebe im Kammerbezirk Koblenz gehen von einer zukünftig zufrieden stellenden Geschäftslage aus«, stellt die HWK-Spitze erfreut fest. Auch die bundesweite Imagekampagne des Handwerks trägt dazu bei, das Handwerk und seine Werte stärker in der öffentlichen Wahrnehmung zu verankern. »Das Handwerk zählt zu den tragenden Säulen der deutschen Wirtschaft. Das sollten wir auch nachhaltiger nach außen darstellen. Je sichtbarer wir also die Kampagne und ihre Werte in unserer Region machen und somit die Bedeutung des Handwerks für Wirtschaft und Gesellschaft herausstellen, umso mehr steigt der Nutzen für jeden einzelnen Betrieb wie auch für das Handwerk insgesamt.«