11. April 2011

Kongress »Baustoff-Recycling in Europa« in Brüssel

Die European Quality Association for Recycling (EQAR) lädt zu einem europäischen Baustoff-Recyclingkongress am 26. und 27. Mai nach Brüssel ein. Dort soll über den Stand des Baustoff-Recyclings in Europa sowie Wege und Maßnahmen zu einer Erhöhung der Recycling-Quote diskutiert werden. Als Referenten konnten Vertreter des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission, des europäischen Normungsinstituts CEN, der europäischen Bau- und Recyclingwirtschaft sowie der Bauproduktenindustrie gewonnen werden.


Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur liegt der Primärmaterialverbrauch in den EU-Mitgliedstaaten bei durchschnittlich zirka 15 bis 16 Tonnen pro Kopf und Jahr. Dieser Materialverbrauch belastet die Umwelt in Europa und in anderen Regionen der Welt. Laut Europäischer Umweltagentur wird ein Drittel der verbrauchten Ressourcen in Abfall und Emissionen umgewandelt. In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden je Kopf der Bevölkerung jährlich zirka vier Tonnen Abfall erzeugt.


»Der größte Teil des Abfallaufkommens entsteht in Europa durch Bau- und Abrisstätigkeiten. Bei den mineralischen Bau- und Abbruchabfällen handelt es sich jedoch um Rohstoffe, aus denen sich bei sachgerechter Aufbereitung hochwertige Baustoffe gewinnen lassen«, erläutert EQAR-Präsident Manfred Wierichs. Mit der Nutzung dieser Rohstoffreserven im Sinne des »urban mining« kann einer Verknappung bei den Primärbaustoffvorkommen entgegengewirkt werden. Schließlich fordert die Europäische Kommission, dass künftig großflächig ungestörte Landschaftsräume besser geschützt werden und nicht mehr durch Abbau von Primärrohstoffen zerstört werden.


Aus diesen Gründen ist ein rascher Umbau der europäischen Wirtschaft und insbesondere der Bauwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft unabdingbar und erklärtes Ziel der Europäischen Union. Entsprechend der EG-Abfallrahmenrichtlinie soll die Recyclingquote für mineralische Abfälle bis zum Jahr 2020 auf 70 Prozent gesteigert werden. Hierzu bedarf es jedoch noch erheblicher Anstrengungen.


Das Kongressprogramm und ein Anmeldeformular sind auf der EQAR-Homepage unter www.eqar.info als download verfügbar.