29. April 2011

Wohnraum statt Goldbarren

Die Attraktivität des Wohnungsbaus in Deutschland muss durch staatliche Anreize deutlich erhöht werden. Das fordert der Wirtschaftsweise Peter Bofinger. Der Bedarf beim Wohnungsbau in den kommenden Jahren sei enorm – gerade bei altersgerechten Wohnungen und bei Wohnungen mit geringem Energieverbrauch.

Die Zahl der Haushalte werde künftig weiter zunehmen. Ebenso das Einkommen. „Damit hat der Wohnungsbau die Chance, Treiber für die Konjunktur in den nächsten Jahren zu werden“, sagte Bofinger der Internetplattform der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ (www.impulse-fuer-den-wohnungsbau.de).

Bofinger sprach von einer derzeit „großen Verunsicherung“ der Investoren. Man müsse diesen klarmachen, dass es durchaus gute Investitionschancen beim Wohnungsbau gebe. „Und dass es mittelfristig besser ist, sich eine Wohnung zu kaufen als jetzt sein Vermögen in Goldbarren anzuhäufen“, so der Volkswirt.

An die Adresse der Bundesregierung gerichtet, sprach sich Bofinger dafür aus, Abschreibungserleichterungen für Investitionen in energetisch vorteilhafte und in altersgerechte Wohnungen einzuführen. Darüber hinaus befürwortete der Wirtschaftsweise, die Abgeltungssteuer auf Zinseinnahmen abzuschaffen. Wenn Investoren Mietwohnungen voll versteuern müssten, Anleihen allerdings nicht, dann verlagere dies die Investitionsanreize in Richtung Geldsparen. „Ich glaube, wenn man das abschaffen würde – diese Abgeltungssteuer auf Zinseinnahmen –, dann würde der Staat sogar mehr Geld bekommen, weil er dann wieder die vollen Steuereinnahmen aus Zinseinnahmen hat. Und gleichzeitig würde ein Anreiz geschaffen, stärker in Immobilien zu investieren“, so Peter Bofinger im aktuellen Interview auf der Internetplattform der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“.

In dem Bündnis haben sich der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), der Deutsche Mieterbund (DMB), die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) zusammengeschlossen.