12. Mai 2011

Roto Frank AG macht deutlich mehr Umsatz

Die Verkaufserlöse der Roto Frank AG lagen im Geschäftsjahr 2010 um 14,5 % über denen des Jahres 2009. Sie erreichten damit das höchste Niveau in der 75-jährigen Geschichte des Familienunternehmens. Ursprünglich hatte der Bauzulieferer nur mit einer Umsatzstagnation gerechnet.


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Die Roto-Gruppe rechnet laut Dr. Eckhard Keill für 2011 mit einem »hohen einstelligen Umsatzwachstum«. (Foto: Roto)
Sparte Fenster und Türen
Die beiden Unternehmenssparten hätten jeweils ein ähnliches Wachstum erzielt. Dabei sei aber eine durchaus differenzierte regionale Entwicklung zu registrieren. In der Division Fenster- und Türtechnologie stehe einem moderaten Plus in Deutschland ein starker Anstieg des Auslandsgeschäftes gegenüber. So habe Roto bei einem weiter rückläufigen Markt in Südeuropa kräftig zugelegt. Eine »große Dynamik« meldet Keill ferner für Russland und Asien.


Division Dach- und Solartechnologie
Dagegen war in der Division Dach- und Solartechnologie das Inlandsgeschäft der eindeutige »Treiber«. Primär die ausgeprägte Nachfrage nach Energiedächern habe hier den Schub bewirkt. Die Verkaufserlöse im Ausland lägen etwa auf dem Niveau von 2009. In der gesamten Gruppe pendelte sich die Relation Ausland/Inland wieder auf zwei Drittel zu ein Drittel ein, heißt es ergänzend.


Positive Firmenkonjunktur statt genereller Marktbelebung
Das Ergebnis sei im Wesentlichen das Resultat einer »außerordentlich positiven Firmenkonjunktur« und nicht einer generellen Marktbelebung. Auch 2011 will der Produzent, wie es heißt, primär der »eigenen Leistungsstärke« vertrauen und strebe deshalb ein »hohes einstelliges Wachstum« an. Das Plus im 1. Quartal übertreffe die Jahresprognose »deutlich«. Dennoch sei man keineswegs sorgenfrei. Die binnen Jahresfrist erhebliche Verteuerung wichtiger Rohstoffe etwa belaste die Kosten- und damit die Ertragsseite spürbar.


Der für Roto maßgebliche Bausektor kommt nach Meinung des Vorstandsvorsitzenden Dr. Eckhard Keill insgesamt »eher mühsam aus der Krise«. Er hinke der allgemeinen wirtschaftlichen Besserung nach wie vor weit hinterher. Das schließe regional sehr unterschiedliche Tendenzen ein. Fast spiegelbildlich entwickelten sich danach die internationalen Fenster- und Türenmärkte. Hier überwogen 2010 die negativen Einflüsse. Das gelte unter anderem für West- und Südeuropa. Besonders betroffen davon seien die Länder der Iberischen Halbinsel.


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Im Geschäftsjahr 2010 kletterten die Verkaufserlöse gegenüber 2009 um 14,5 Prozent auf 641,2 Millionen Euro und damit auf das höchste Niveau in der 75-jährigen Geschichte des Familienunternehmens. (Grafik: Roto)
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Positive Branchentrends in Deutschland, Österreich, Schweiz und Asien
Positive Branchentrends meldet der Roto-Chef dagegen erneut aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie aus Asien. Einen Sonderfall stelle Russland dar. Nach dem extremen Einbruch 2009 habe sich der dortige Markt 2010 unter dem Strich deutlich erholt.


Mittel- und langfristig bleibt Keill bei seiner Einschätzung, dass Fenster von den weltweit notwendigen Klimaschutz- und Energiesparinvestitionen sowie der generellen Modernisierungstendenz überdurchschnittlich profitieren. Auch die aktuelle Atomenergie-Diskussion und die damit verbundenen Konsequenzen für die künftige Energieversorgung erweiterten das Nutzenspektrum moderner Fenstergenerationen. Dabei sei eine verlässliche staatliche Förderpolitik hilfreich.


Zahl der Mitarbeiter erhöht
Im Jahresdurchschnitt habe sich die Zahl der Mitarbeiter bei dem in Familienbesitz befindlichen Bauzulieferer 2010 um zirka 7 Prozent auf rund 4.000 (nach 3.750) erhöht. Bei den Investitionen sei es bei der bisherigen Linie geblieben. Das bedeute, dass »Roto in den Bereichen investierte, die das Unternehmen und seine Kunden weiterbringen«.


Man habe auch im abgelaufenen Jahr Geld verdient. Dennoch müsse die Ertragssituation weiter als »nicht zufriedenstellend« charakterisiert werden. Ein Grund dafür waren laut Keill die zum Teil sprunghaft gestiegenen Beschaffungskosten für wichtige Rohstoffe wie Zink und Stahldraht. Dieser Trend halte im Übrigen 2011 trotz der jüngsten leichten Entspannung bisher unvermindert an, so dass es nötig sei, »mit den Kunden über Preisanpassungen zu sprechen«.


Prognose 2011: Einstelliges Umsatzwachstum
Auch 2011 soll es aufwärts gehen. Da Keill in der Gruppe wie in beiden Divisionen mit einem »hohen einstelligen Umsatzwachstum« rechnet, rücke die kurzfristige Zielmarke von insgesamt 700 Millionen Euro »zumindest in greifbare Nähe«. Die positive Entwicklung im Startquartal mit einer klar über der Jahresprognose liegenden Steigerungsrate stütze den Optimismus.