12. Mai 2011

Bundeskanzlerin Merkel: Energie sparen beim Bauen!

In ihrem neuen Video-Podcast appelliert Bundeskanzlerin Angela Merkel an Hausbesitzer, weniger Energieverbrauch und mehr Energieeffizienz anzustreben. Die Baubranche erhofft sich davon mehr Rückenwind.

Der Link zum aktuellen baupolitischen Video-Podcast der Kanzlerin: http://www.bundeskanzlerin.de/nn_707282/Content/DE/Podcast/2011/2011-05-07-Video-Podcast/2011-05-07-video-podcast.html

Die Ansprache von Merkel zum Nachlesen:

http://www.bundeskanzlerin.de/Content/DE/Podcast/2011/2011-05-07-Video-Podcast/links/2011-05-07-text,property=publicationFile.pdf

Der Video-Podcast nimmt Bezug auf den 125. Verbandstag der Eigentümerschutzgemeinschaft "Haus und Grund.

Der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ kommentiert dazu:

Merkel muss baupolitisch den Sprung über die „Klima-Messlatte“ schaffen

Kanzleramt startet Energie-Appell: Die aktuelle Video-Botschaft der Woche von Bundeskanzlerin Merkel dreht sich ausschließlich um energieeffizientes Bauen und Sanieren. „Energiesparen beim Bauen wird damit endgültig zur Chefsache. Energieeffizienz erhält damit den Stellenwert, den sie in der Politik braucht. Nur so kann etwas für den Klimaschutz und gegen das Explodieren der Wohnnebenkosten getan werden“, sagt der Bundesvorsitzende der IG Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesehügel.

Als Mitglied der Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ begrüßt die IG BAU, dass die Bundeskanzlerin in ihrem Video-Podcast ausdrücklich einen Akzent auf die Nebenkosten beim Wohnen legt: „Denn für viele Menschen, die in schlecht isolierten Häusern leben, sind die Wohnnebenkosten inzwischen zu einer deutlichen und auch steigenden zweiten Miete geworden“, so Merkel.

„Drei Viertel unserer Häuser sind vor 1977 gebaut“, sagt Merkel in ihrer „baupolitischen Botschaft“. Für die IG BAU steckt hierin ein „enormes energetisches Sanierungspotenzial“, das jetzt schleunigst mobilisiert werden müsse. „Die Bundeskanzlerin hat versprochen, Anreize zu schaffen, um in diesem Gebäudebereich eine bessere Isolierung und einen besseren Energieverbrauch zu realisieren. Wir nehmen sie beim Wort. Entscheidend ist, dass die Bundesregierung diesen Worten jetzt auch Taten folgen lässt“, sagt IG BAU-Chef Klaus Wiesehügel. Die Messlatte sei klimapolitisch gut gelegt. „Entscheidend ist, dass die Bundesregierung baupolitisch jetzt auch den Sprung darüber schafft“, so Wiesehügel.

Die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ fordert, den Fokus nicht nur einseitig auf das energetische Sanieren zu legen: „Mehr als jedes zehnte Wohnhaus in Deutschland ist nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Ein Abriss und der anschließende Neubau kommen dabei – insbesondere auch unter energetischen Gesichtspunkten – günstiger als Umbau und Vollmodernisierung“, sagt der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), Dr. Hans Georg Leuck. Für die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ appelliert Leuck an die Bundesregierung, dringend eine gesonderte Förderung für die Altgebäude einzuführen, für die sich nur ein Abriss und der anschließende Neubau lohne.

„Wer abreißt und neu baut, hat auf jeden Fall die Chance, die neuesten Anforderungen an Wärmedämmung zu erfüllen“, sagt der Präsident vom Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), Stefan Thurn. Für die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ appelliert er an die Politik, damit aufzuhören, den Ersatzneubau stiefmütterlich zu behandeln.

Die klare Bilanz der Bundeskanzlerin in ihrer Video-Botschaft: „Im Gebäudebereich … werden 40 Prozent unserer Energie verbraucht.“ Damit lege, so die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“, die Bundeskanzlerin den Finger in die Wunde: „Nirgendwo lässt sich so viel Energie einsparen wie bei Wohngebäuden“, sagt der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), Walter Rasch. Er kritisiert allerdings, dass bislang der Fördertopf für energieeffizientes Bauen und Sanieren im kommenden Jahr „quasi gegen Null gefahren“ werde. Dies sei ein „unhaltbarer Zustand“.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) fordert für die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ nach dem „gelungenen Umdenken jetzt ein rasches Umlenken“. ZDB-Präsident Dr. Hans-Hartwig Loewenstein: „Für das energieeffiziente Bauen und Sanieren brauchen wir dringend eine Verstetigung der Fördermittel – und das in einer Höhe von zwei Milliarden Euro pro Jahr. Mittelfristig sind sogar fünf Milliarden Euro jährlich notwendig.“

Die Initiative „Impulse für den Wohnungsbau“ unterstützt damit den von mehr als 70 Verbänden und Institutionen getragenen „Pakt für Klimaschutz“. Nur so sei das Ziel, das die Bundeskanzlerin in ihrer „baupolitischen Botschaft“ gesetzt habe, zu erreichen: „Gerade im Gebäudebereich wird sich entscheiden, ob wir die anspruchsvollen Voraussetzungen für die Zukunft auch wirklich schaffen. Entweder im Neubau oder eben bei der Sanierung unserer Altbauwohnungen.“