27. Mai 2011

Ifo-Institut: Geschäftsklima in der Bauwirtschaft weiterhin freundlich

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im Mai so gut wie nicht verändert. Die befragten Unternehmen schätzten ihre momentane Geschäftslage und ihre Geschäftsperspektiven für die nächsten sechs Monate ähnlich günstig ein wie im vergangenen Monat.
Die Gerätekapazitäten waren etwas schlechter ausgelastet als im April; mit 73% (saison- und witterungsbereinigt) war der Auslastungsgrad jedoch um 6 Prozentpunkte höher als vor Jahresfrist. Knapp ein Viertel der Testeilnehmer meldete Produktionsbehinderungen. Davon klagten die meisten über Auftragsmangel; vor einem Jahr waren es allerdings deutlich mehr. Witterungsbedingte Behinderungen spielten, im Gegensatz zum Vorjahr (9%), überhaupt keine Rolle. Im Durchschnitt der Bausparten reichten die Auftragsbestände – wie bereits im April – für 2,8 Produktionsmonate (saison- und witterungsbereinigt); der Vorjahreswert wurde damit um fast einen halben Monat übertroffen. Die Firmenmeldungen lassen erkennen, dass die Preise angehoben werden konnten. Für die kommenden Monate gingen die Unternehmen von weiter steigenden Preisen aus. Der Personalbestand dürfte sich erhöhen.

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima minimal verbessert. Dies ist ausschließlich auf die positive Entwicklung im gewerblichen Hochbau zurückzuführen. Die im Wohnungsbau tätigen Unternehmen empfanden ihre aktuelle Geschäftslage etwas schlechter. Im öffentlichen Hochbau fielen sogar sowohl die Lageurteile als auch die Einschätzungen für die nächsten sechs Monate deutlich ungünstiger aus als noch vor einem Monat. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten verringerte sich etwas; er war mit 74% aber sichtlich höher als vor Jahresfrist (69%). Der Umfang der Produktionsbehinderungen war geringer als im Mai vorigen Jahres. Dies ist zum größten Teil auf weniger Meldungen über Auftragsmangel (18 nach 27%) zurückzuführen. Die Auftragsbestände stagnierten im Wohnungsbau bei 2,6 Monaten. Im gewerblichen Hochbau verlängerte sich die Reichweite der Auftragsreserven von 3,2 auf 3,3Monate, im öffentlichen Hochbau verkürzte sie sich von 2,5 auf 2,3 Monate. Im Durchschnitt der Hochbausparten erreichte der Umfang der Auftragspolster 2,8 Monate (Mai 2010: 2,3 Monate). Den Angaben der Firmen zufolge wurden im Berichtsmonat die Preise heraufgesetzt, wenngleich in etwas geringerem Umfang als im April. Auch für die nächsten Monate rechneten sie mit eher geringeren Preiserhöhungsspielräumen.

Im Tiefbau verbesserte sich das Geschäftsklima zwar ein wenig, es ist aber immer noch nicht so gut wie im Hochbau. Der Anteil der Unternehmen, die mit ihrer aktuellen Geschäftslage nicht zufrieden waren, verringerte sich merklich; die Perspektiven für das kommende halbe Jahr wurden etwas weniger zurückhaltend als noch vor einem Monat bewertet. Bei verhaltener Bautätigkeit wurde der Maschinenpark nicht ganz so gut ausgelastet wie im Vormonat; dennoch lag der Ausnutzungsgrad mit 72% sogar 6 Prozentpunkte über dem Wert des Vorjahres. Damals wurden deutlich mehr Produktionsbehinderungen gemeldet als im Berichtsmonat (39 gegenüber 25%). Während vor einem Jahr 16% der Unternehmen über witterungsbedingte Behinderungen berichteten, spielte dies im Berichtsmonat so gut wie keine Rolle (1%). Immerhin klagten noch 19% (Mai 2010: 29%) über Auftragsmangel. Die Reichweite der Auftragsbestände verharrte im Straßenbau bei 2,7 Monaten und im sonstigen Tiefbau bei 2,9 Monaten. Im Durchschnitt der Tiefbausparten reichten die Auftragsreserven für 2,8 Produktionsmonate (Mai 2010: 2,6 Monate). Nach den Meldungen der Firmen zu schließen, konnten häufiger als im April Preisanhebungen vorgenommen werden. Die Testteilnehmer gingen auch davon aus, dass sich in den nächsten Monaten die Preiserhöhungsspielräume vergrößern werden.

Bauwirtschaft (Ost) In den neuen Bundesländern haben sich sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen verschlechtert. Im Hochbau erreichte die Geräteauslastung – wie bereits im Vormonat – rund 80%; im Tiefbau sank sie deutlich von 79 auf 72% (jeweils saison- und witterungsbereinigt). Die im Tiefbau tätigen Unternehmen gingen davon aus, dass sich ihre Bautätigkeit in den nächsten Monaten weiter abschwächen dürfte. Der Umfang der Auftragsreserven verringerte sich geringfügig. Im Durchschnitt der Bausparten wiesen die befragten Unternehmen Auftragspolster in Höhe von 2,6 Monaten auf; vor einem Jahr war der Bestand an Aufträgen noch einen halben Monat kleiner. Lediglich ein Viertel der Testteilnehmer war von Produktionsbehinderungen betroffen, im Wesentlichen wegen Auftragsmangels (18% nach 32% im Mai 2010). Den Meldungen der Firmen zufolge zogen die Verkaufspreise im Berichtsmonat weiter an. Für die nächsten Monate rechneten sie mit einer Fortsetzung dieses Trends.