27. Mai 2011

Baugewerbe: +1,9 % beim Umsatz erwartet

 „Den Umsatz im Bauhauptgewerbe erwarten wir in 2011 bei 83,5 Mrd. € und damit bei +1,9 %. Daher ist die Stimmung zumindest in den vom Hoch- und Ausbau geprägten Betrieben auch deutlich gestiegen. Wir gehen daher davon aus, dass wir die Zahl der Beschäftigten in etwa auf Vorjahresniveau bei rund 710.000 Beschäftigten (-0,8 %) halten können.“ So die Bilanz des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, anlässlich der Konjunktur-Pressekonferenz des Deutschen Baugewerbes am 27. Mai in Berlin.

Nach Aussagen des ZDB-Präsidenten entwickeln sich der Wohnungsbau und der Wirtschaftsbau durchaus positiv, wogegen der öffentliche Bau weiter im Minus verharrt.

Trotz Zunahme der Bauinvestitionen um 2,6 % im vergangenen Jahr ist der Umsatz im Bauhauptgewerbe im öffentlichen Bau um 2,2 % zurückgegangen; Hauptursache dafür war, dass alle öffentlichen Auftraggeber ihre Investitionen im Tiefbau nicht auf dem Vorjahresniveau gehalten haben.

Denn aufgrund der Konjunkturprogramme haben die Kommunen die Mittel vorrangig in Hochbauprojekte investiert und die Investitionen in die Infrastruktur zurückgefahren.

„Dieser anhaltende Rückgang der Infrastrukturinvestitionen ist für den Wirtschaftsstandort Deutschland jedoch hoch gefährlich, denn die Investitionen im Tiefbau insgesamt erfolgen seit einigen Jahren nicht einmal mehr in Höhe der Abschreibungen. Wir leben von der Substanz!“ So Loewenstein.

Für 2011 deuten die Frühindikatoren weiter auf eine Abschwächung der Umsätze im öffentlichen Hochbau und Tiefbau hin. „Wie bereits zu Jahresbeginn prognostiziert, gehen wir davon aus, dass der öffentliche Bau im Umsatz etwa 3 % verlieren wird. Nach 26,1 Mrd. € in 2010 werden in 2011 noch 25,3 Mrd. € erreicht.“ So die ernüchternde Bilanz für die öffentliche Bautätigkeit.

Anders dagegen die Situation im Wohnungsbau: Bereits in 2009 ist die langanhaltende Talfahrt im Wohnungsneubau zu Ende gekommen. In 2010 dürften ca. 150.000 WE in neuen Wohngebäuden errichtet worden sein. Und der positive Trend hält an. Per Februar wurden deutschlandweit 5.400 WE in Wohngebäuden mehr genehmigt als im Vorjahr (+22 %). Mit knapp 30.000 WE insgesamt wurde im Neu- und Umbau bei Wohngebäuden der höchste Wert seit fünf Jahren erreicht.

„Angesichts der hohen und stetigen Nachfrageentwicklung gehen wir davon aus, dass es + 4,4 % werden. Nach 26,3 Mrd. € im Vorjahr können in 2011 ca. 27,5 Mrd. € erreicht werden.“ Erläuterte Loewenstein.

Die im Frühjahr von uns prognostizierte Investitionsneigung der deutschen Wirtschaft nimmt Gestalt an und belebt den Wirtschaftsbau. Die Baugenehmigungen im Wirtschaftshochbau, der zwei Drittel des Umsatzes im Wirtschaftsbau ausmacht, zeigen ansteigende Tendenz. Bemessen nach Baukosten verzeichnen alte und neue Länder per Februar einen Zuwachs von über 20 % gegenüber dem Vorjahr.

„Auf Grund dieser Entwicklung heben wir unsere Prognose von 2,7 % auf 4 % an. Nach 29,5 Mrd. € im Vorjahr können in 2011 30,8 Mrd. € erreicht werden.“ So die Prognose des deutschen Baugewerbes für den Wirtschaftsbau.