01. Juni 2011

Argumente für Wand- und Deckenheizungen

 Schwerpunkt: Kühldecke

 in ausbau + fassade Juni 2011
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Baufachleute diskutieren die Vorzüge von Konvektions- und Strahlungswärme. Was ist besser? Der Verband Privater Bauherren (VPB) sieht Vorteile bei der Strahlungswärme. Eine Zusammenstellung von Argumenten, die auch der Fachunternehmer nutzen kann, um moderne Strahlungsheizungen zum Beispiel in der Wand oder Decke anzubieten. Sind normale Heizkörper eigentlich noch zeitgemäß? „Nein“, meint Rüdiger Mattis, Bausachverständiger und Vorstandsmitglied des Verbands Privater Bauherren (VPB), „denn sie erfordern unnötig hohe Vorlauftemperaturen und damit auch relativ viel Energie.“ Erheblich sparsamer sind Strahlungsheizungen. Aber die sind in privaten Wohnhäusern nach wie vor eher selten. „Käufer schlüsselfertiger Immobilien bekommen sie in der Regel gar nicht erst angeboten.“

Fachleute unterscheiden zwischen Konvektions- und Strahlungsheizungen. Konvektionsheizungen erwärmen die Luft und verteilen diese durch Luftwirbelbildung. Typisches Beispiel sind die Heizkörper unterhalb der Fenster. Sie sind altbewährter Standard, haben aber verschiedene Nachteile: Sie benötigen hohe Vorlauftemperaturen von rund 70 Grad. Sie erwärmen nur die Luft, und die geht beim Lüften dann relativ schnell verloren. „Außerdem verwirbeln sie nicht nur die Luft, sondern dabei auch Staub auf, was wiederum vielen Menschen auf die Bronchien schlägt“, gibt Bausachverständiger Mattis zu bedenken.

Sinnvolle Alternative zur Konvektionsheizung ist die so genannte Strahlungsheizung. Sie erhitzt ein Bauteil, das dann über Stunden Wärme an den Raum abgibt. Zu den klassischen Strahlungsheizungen zählen traditionelle Kachelöfen, zu den modernen Fußboden-, Decken- und, Wandheizungen. Strahlungsheizungen benötigen mit nur 35 Grad Celsius nur halb so hohe Vorlauftemperaturen wie Konvektionsheizungen. „Solche Heizungen können deshalb sehr gut mit dem Warmwasser aus Sonnenkollektoren und Erdwärmeheizungen betrieben werden“, erläutert der Experte.

Strahlungsheizungen haben allerdings auch einen Nachteil gegenüber den gängigen Heizkörpern: Sie benötigen Fläche. Vor Wandheizungen dürfen beispielsweise keine Möbel stehen, Schrank-, Regal- und Bilderwände sind dort tabu. Als seltene, aber denkbare Alternative kennen Experten noch so genannte Fußleistenheizungen: Das sind wasserführende Röhren in den Fußleisten, die nicht nur die Fußleisten, sondern auch die darüber liegende Wand mit erwärmen.

Wie warm braucht es der Mensch und bei welchen Temperaturen fühlt er sich behaglich und wohl? Dazu gibt es viele Ratschläge. Ausschlaggebend ist weniger die messbare Temperatur als vielmehr der so genannte thermische Komfort. Fachleute unterscheiden zwischen thermischem Komfort im Winter und im Sommer. Im Winter wird der thermische Komfort beeinflusst durch die Luftgeschwindigkeit, die tatsächlichen Temperaturen und die Temperaturen der den Menschen umgebenden Oberflächen. Wird also im Winter ein Raum mit einer Flächenheizung beheizt, kann sich der Mensch bereits behaglich und warm fühlen, obwohl die eigentliche Lufttemperatur nur 17 Grad beträgt. Wichtig ist auch die relative Luftfeuchte. Sie wird, wie die Temperatur, sehr subjektiv empfunden. Grundsätzlich gilt allerdings eine Luftfeuchte zwischen 40 und 60 Prozent als ideal. „Weniger trocknet die Schleimhäute aus, mehr führt zu Schimmelbildung“, warnt der Fachmann.

„Die Wandheizung ist insbesondere im Altbau eine interessante Alternative zur Fußbodenheizung. Sie muss allerdings an der bauphysikalisch richtigen Stelle platziert werden. Wo das genau ist, das muss ein Sachverständiger vorher genau planen und berechnen.“

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