21. Juni 2011

Knauf erhöht die Preise

Die enormen Kostensteigerungen bei Rohstoffen, die massiven Preiserhöhungen bei den fossilen Energieträgern und beim Strom wirken sich negativ auf die aktuelle Situation in der Baustoffindustrie aus. Viele Unternehmen – und dazu gehört auch die Knauf Gips KG – können diese Entwicklung mit weiteren Effizienzsteigerungen oder anderen regulierenden Maßnahmen nicht mehr auffangen. Preisanpassungen sind daher nicht zu vermeiden.

 Zum 18. Juli 2011 realisiert Knauf über alle Produktbereiche der Sparte Trockenbau- und Boden-Systeme eine Preiserhöhung um bis zu 4 Prozent. Im Bereich Putz- und Fassaden-Systeme werden ausschließlich einzelne Produkte angepasst. Entsprechende Austauschsätze zu den betroffenen Seiten der Preislisten 2/2011 wurden bereits verschickt.

Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) sieht den Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise als „Konjunkturrisiko Nummer 1“. Experten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe befürchten, dass „der große Preisausbruch nach oben noch aussteht“. Die Behörde berechnete einen Ölpreisanstieg zwischen Januar 2009 und August 2010 von 78 (!) Prozent, der Trend hält an. Auf die Stimmung schlagen zudem immer noch die Auswirkungen der Atomkatastrophe in Japan und in dem Zusammenhang die Unsicherheiten bei der künftigen Stromerzeugung vor dem Hintergrund des aktuellen Ausstiegsszenarios der Politik. Die Lage im Norden Afrikas bleibt unberechenbar und könnte noch schwieriger werden, sollte Saudi-Arabien in diese Entwicklung hinein gezogen werden. Gleichzeitig halten Länder wie China oder Indien die Nachfrage nach Energie und Rohstoffen und damit auch das Preisniveau hoch. Professionelle Spekulanten an den internationalen Finanzmärkten schließlich tun ein Übriges, um die Märkte zu beeinflussen und sorgen so für Unsicherheit.

Es ist vor allem die aktuelle Konzentration dieser verschiedenen Phänomene, die für die Preisentwicklung verantwortlich zeichnet. Knauf ist davon zusätzlich auch bei spezifischen Stoffen und Materialien betroffen, die für die eigene Produktion benötigt werden, z.B. Propylen (+ 100%), Etylen (+ 100%), Styrol (+100%) und in ähnlicher Dimension bei Papier für die Gipsplatten- und Gipskartonherstellung.

Es geht aber noch um mehr als nur um den Ausgleich für die Preisentwicklung: „Mit der durch die beschriebene Situation unvermeidlich gewordenen Anpassung schaffen wir die Voraussetzung, unseren Kunden im Fachhandel und im Handwerk die gewohnt hohen Standards bei der Produktqualität und den verschiedenen Zusatzleistungen uneingeschränkt zu erhalten“, so Klaus Koch, Vorsitzender der Geschäftsführung. „Höhere Preise sichern unseren Kunden den kompletten technischen Knauf-Service. Dieses Niveau wollen wir in jedem Fall halten. Abstriche werden wir hier ebenso wenig zulassen wie bei den Transport- und Logistikleistungen.“ Die Preisanpassungen gewährleisten schließlich auch den notwendigen Spielraum für die nachhaltige Innovationsentwicklung – die beste Basis für entscheidende Wettbewerbsvorteile der Knauf-Kunden.