28. Juni 2011

Frauen sind im Handwerk auf dem Vormarsch

Der Frauenanteil im Handwerk steigt stetig, dies belegt die 4. Bilanz zum Stand der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, die am 27. Juni vorgelegt wurde.

„Von der Ausbildung bis zu den Führungspositionen – immer mehr Frauen nutzen ihre Karrierechancen im Handwerk“, so Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). „Diese Entwicklung zeigt, dass die vor 10 Jahren zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der Wirtschaft geschlossene freiwillige Vereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit erfolgreich ist“, erklärt Kentzler weiter. „Wir haben ein großes Interesse, den Frauenanteil im Handwerk weiter zu steigern – nicht zuletzt wegen der demographischen Entwicklung und der notwendigen Fachkräftesicherung.“

Heute sind fast 27 Prozent aller neuen Auszubildenden im Handwerk weiblich. Mehr als 20 Prozent der Meisterprüfungen werden von Frauen abgelegt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich der Frauenanteil bei den bestandenen Meisterprüfungen damit fast verdoppelt. Und auch der Schritt in die Selbständigkeit wird im Handwerk immer öfter von Frauen gegangen: Jeder vierte Gründer im Handwerk (24 Prozent) ist inzwischen weiblich. Darüber hinaus sind über 75 Prozent der Handwerksbetriebe Familienbetriebe, die von einem Ehepaar geleitet werden. Entsprechend nehmen Frauen im Handwerk als Unternehmerfrauen schon immer vielfältige Führungsaufgaben wahr und sind de facto als „Mit-Chefin“ im Betrieb beteiligt.

Um den Frauenanteil im Handwerk weiter auszubauen, haben die Handwerksorganisationen zahlreiche Aktivitäten zur Frauenförderung ins Leben gerufen, die in den Bilanzen zur Chancengleichheit dokumentiert werden. Zudem hat die Bundesregierung mit der Einführung des Elterngeldes und dem begonnenen deutlichen Ausbau der Kinderbetreuung wichtige Rahmenbedingungen geschaffen, um Familie und Beruf für Mütter und Väter besser vereinbar zu machen. Dies muss fortgesetzt werden. Die Vorgabe gesetzlicher Frauenquoten wäre dagegen der falsche Weg und ein zu massiver Eingriff in die Personalplanung der Unternehmen