04. Juli 2011

Bauwirtschaft: Geschäftsklima aufgehellt

Das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe hat sich im Juni merklich aufgehellt. Die momentane Geschäftssituation und die Geschäftsperspektiven für das kommende halbe Jahr bewerteten die befragten Bauunternehmen günstiger als im Mai.

Der Ausnutzungsgrad der Gerätekapazitäten verringerte sich etwas; mit 72% (saison- und witterungsbereinigt) wurde der Vorjahreswert (69%) allerdings deutlich übertroffen. »Nur« rund ein Viertel der Umfrageteilnehmer meldete Produktionsbehinderungen, vor einem Jahr waren noch 35% von Behinderungen der Bautätigkeit betroffen. So klagte im Berichtsmonat gerade noch jeder Siebte über Auftragsmangel, während 4% Arbeitskräftemangel spürten. Die Reichweite der Auftragsbestände verharrte im Durchschnitt der Bausparten bei 2,8 Monaten (saison- und witterungsbereinigt); die Auftragspolster waren damit um 0,3 Monate größer als vor Jahresfrist. Den Firmenangaben zufolge konnten im Juni die Preise weiter heraufgesetzt werden. Nach den Meldungen der Firmen zu schließen, dürften sich auch in den kommenden Monaten Preiserhöhungsspielräume eröffnen. Nach Einschätzung der Befragungsteilnehmer wird sich die Beschäftigtenzahl in der nächsten Zeit per saldo erhöhen.

Im Hochbau hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies ist in erster Linie auf günstigere Lageurteile sowie eine erhöhte Zuversicht bezüglich der Geschäftsperspektiven bei den im Wohnungsbau und im gewerblichen Hochbau tätigen Unternehmen zurückzuführen. Im öffentlichen Hochbau fiel die Klimaaufhellung deutlich bescheidener aus. Der Auslastungsgrad der Gerätekapazitäten schrumpfte um einen Prozentpunkt auf 73%; vor Jahresfrist lag die Kapazitätsauslastung bei 70%. Knapp ein Viertel der Befragungsteilnehmer klagte über Behinderungen der Bautätigkeit. 15% (Juni 2010: 24%) machten die unbefriedigende Auftragslage dafür verantwortlich. Im Hochbau insgesamt reichten die Auftragsbestände für 2,8 Monate, vor einem Jahr war es knapp einen halben Monat weniger. Dabei verharrten die Auftragsreserven im Wohnungsbau bei 2,6 Monaten sowie im gewerblichen bzw. öffentlichen Hochbau bei 3,3 bzw. 2,3 Monaten. Die Meldungen lassen erkennen, dass die Firmen im Berichtsmonat die Preise anheben konnten. Auch in den nächsten Monaten sollten sich – vor allem im Wohnungsbau und im gewerblichen Hochbau – Möglichkeiten für Preiserhöhungen ergeben.

Im Tiefbau klarte das Geschäftsklima geringfügig weiter auf. Sowohl die Urteile zur derzeitigen Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate fielen nur etwas günstiger aus als im Vormonat. Die Auslastung des Maschinenparks sank zwar im Vergleich zum Mai auf nun 71%, im Juni 2010 waren die Geräte jedoch lediglich zu 67% im Einsatz. 24% der Unternehmen berichteten von einer Beeinträchtigung ihrer Bauaktivitäten. 16% klagten über zu wenig Aufträge (Juni 2010: 25%); nur 2% – nach immerhin 16% im Vorjahr – hatten Schwierigkeiten mit den Witterungsbedingungen. Die Reichweite der Auftragsbestände schrumpfte im Straßenbau von 2,7 auf 2,6 Monate und blieb im sonstigen Tiefbau unverändert bei 2,9 Monaten. Im Durchschnitt der Tiefbausparten lagen die Auftragsreserven mit 2,8 Monaten über dem Niveau des Vorjahres (2,6 Monate). Nach den Meldungen der Umfrageteilnehmer zu schließen, konnten sie im Berichtsmonat die Preise vereinzelt heraufsetzen. Für die nächsten Monate rechneten die befragten Firmen mit weiterhin leicht anziehenden Preisen.

Bauwirtschaft (Ost)
Auch in den neuen Bundesländern verbesserte sich das Geschäftsklima. Sowohl die Lageurteile als auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate fielen günstiger aus. Insbesondere im Tiefbau äußerten sich die Unternehmen zufriedener über ihre Situation und in den Erwartungen drückte sich erhöhte Zuversicht aus. Dennoch ist das Klima immer noch schlechter als im Hochbau Die Geräteauslastung erreichte mit 75% nicht ganz das Niveau des Vormonats (76%, jeweils saison- und witterungsbereinigt), der Vorjahreswert wurde jedoch um 3 Prozentpunkte übertroffen. Lediglich 22% der Testteilnehmer meldeten Produktionsbehinderungen. Jedes siebte Unternehmen sah sich mit Auftragsmangel konfrontiert, weitere Gründe spielten kaum eine Rolle. Die Auftragsreserven betrugen – wie im Mai – 2,6Monate (Juni 2010: 2,2 Monate). Im Berichtsmonat konnten die Testteilnehmer die Preise weiter heraufsetzen; sie gingen auch davon aus, dass sich dieser Trend in den nächsten Monaten fortsetzen dürfte.