11. Juli 2011

Handwerk: Ausbildungsplatzbörsen bieten 20.000 freie Plätze

Zum Stichtag 30. Juni 2011 liegt die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge deutlich über den Ergebnissen der Vorjahre. 57.818 Verträge bedeuten ein Plus von 6,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders erfreulich: In Ostdeutschland liegt das Plus mit 6,9 Prozent noch über dem Zuwachs in Westdeutschland mit 6,1 Prozent.

Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH): "Die Betriebe haben erkannt, dass sie früher im Jahr aktiv werden müssen, um geeignete Kandidaten für ihre Ausbildungsplätze zu finden." Die Zahl der angebotenen Lehrstellen ist im Vergleich zu den Vorjahren stark angestiegen. Handwerkskammern in Ballungsräumen melden, dass sich trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen mehr Bewerber für eine Ausbildung im Handwerk interessieren.

Kentzler: "Wir sind daher zuversichtlich, die Zahl des Vorjahres wieder zu erreichen oder sogar leicht zu übertreffen." Bis Ende Juni ist erfahrungsgemäß erst ein Drittel aller Verträge abgeschlossen. Kentzler macht Schulabgängern, die sich noch nicht für eine Ausbildung entschieden haben, daher Mut: "Aktuell melden die Handwerkskammern rund 20.000 freie Ausbildungsplätze in allen Bereichen des Handwerks, allein 5.000 für die ostdeutschen Bundesländer. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz sind also weiter ausgezeichnet."

Kentzler empfiehlt aus der eigenen Erfahrung als Ausbilder, sich bei einem Betrieb der Wahl direkt vorzustellen. "Vorgefertigte und hundertfach kopierte Bewerbungen bringen die Jugendlichen selten weiter. Besser sind individuelle Bewerbungen beim Betrieb oder die Vereinbarung eines Vorstellungsgesprächs. Die Meister müssen erkennen, dass der Jugendliche tatsächlich Interesse an der Ausbildung im gewählten Beruf haben", so der Handwerkspräsident. Ein Praktikum kann dann schnell klären, ob Bewerber und Betrieb zusammen passen.