12. Juli 2011

Politik kann zum nachhaltigen Wohnen motivieren

Schlecht isolierte Wohnhäuser und veraltete Heizungen: Der Bereich Wohnen ist mit 40 Prozent des EU-Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO2-Emissionen der größte Verursacher von Treibhausgasen durch private Haushalte in Europa. Dagegen helfen vor allem die energetische Sanierung der Gebäude sowie eine bessere Verbraucherberatung zu Energiefragen.

Ein Bündel an Politikmaßnahmen, das auf Bewährtes setzt und Verbesserungen der einzelnen Förderungs- und Regulierungsinstrumente bewirkt, könnte, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Öko-Instituts, bis zu 400 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente bis zum Jahr 2030 einsparen. Dabei sollten sowohl die EU als auch nationale Entscheidungsträger verstärkt auf „harte“ gesetzliche Regelungen wie zum Beispiel eine progressive Energiesteuer und klare Verbrauchsobergrenzen sowie die Miteinbeziehung von Energieunternehmen beim Erreichen von Einsparzielen setzen. Zu diesem Schluss kommen die Experten im Rahmen des Forschungsprojekts „EUPOPP – Policies to Promote Sustainable Consumption Patterns“.

Auch sollten die Effizienzstandards für Gebäude EU-weit verbessert und stärker auf deren Einhaltung bei Neubau und vor allem bei der Renovierung geachtet werden. Ein erleichterter Zugang zu Finanzierungshilfen in Form von Darlehen und günstigen Krediten, Steuererleichterungen oder Fördermitteln sollten Bauherren und -herrinnen die energetische Sanierung erleichtern. Auch ein Register für die bereits obligatorischen Energieausweise für Gebäude könnte, so die Empfehlungen aus EUPOPP, einen Überblick über die tatsächlich realisierten Sanierungen und deren Treibhausgaseinsparung geben. Die Ergebnisse von EUPOPP zeigen, dass solche Initiativen große Umweltentlastungs- aber auch Kosteneinsparpotenziale bergen, ohne sozial schwächere Bevölkerungsgruppen zu benachteiligen.

Weitere Informationen und Forschungsergebnisse finden Sie in der Broschüre zum Abschlussbericht www.oeko.de/eupopp sowie auf der EUPOPP-Projektwebsite http://www.eupopp.net/default.htm