09. August 2011

Seniorenmarkt: energieeffizientes und nachhaltiges Bauen ist wichtig

Für den Lebensabend wünschen sich viel ältere Bürger bei ihrer Wohnung eine energieeffiziente und nachhaltige Bauweise. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Befragung von Bürgern im Alter von 50 bis 65 Jahren, die TÜV Rheinland Anfang 2011 durchgeführt hat. Diesen Aspekt bewerteten 78 Prozent der Teilnehmer mit „wichtig“ oder „sehr wichtig“.

Weitere Ergebnisse der Umfrage im Einzelnen: Die Deutschen bevorzugen Wohnformen, die es ermöglichen, den Lebensabend aktiv und unabhängig zu gestalten – am liebsten weiter in den eigenen vier Wänden. In den Planungen spielt das klassische Altersheim mit Rundumversorgung keine Rolle mehr. 66 Prozent der Befragten möchten ihren Lebensabend in der derzeitigen Wohnung verbringen und 24 Prozent interessieren sich für den Umzug in eine seniorengerechte Wohnung. „Dabei sind mit steigendem Einkommen die Vorlieben für seniorengerechte Wohnangebote deutlich stärker ausgeprägt“, fasst Pascal Klein, Experte für Bau und Immobilien bei TÜV Rheinland die Ergebnisse zusammen.

Eine herausragende Bedeutung hat in den Planungen der Befragten die Nahversorgung: Für 40 Prozent ist die gute Erreichbarkeit von Ärzten, Geschäften und kulturellen Angeboten wichtig, für weitere 50 Prozent sogar sehr wichtig. „Der Wunsch nach einer aktiven Gestaltung des Lebensabends beeinflusst immer mehr auch die Anforderungen an die eigene Wohnung“, so Pascal Klein.

Der Aspekt einer komfortablen Wohnung war für 62 Prozent der Befragten von Bedeutung. Allerdings legten die Befragten noch mehr Wert auf Kriterien wie Sicherheit, optional buchbare Serviceleistungen sowie auf die Barrierefreiheit der Wohnung.

„Bemerkenswert ist, dass einer energieeffizienten und nachhaltigen Bauweise eine vergleichsweise hohe Bedeutung beigemessen wird“, sagt Klein. Insgesamt 78 Prozent der Teilnehmer bewerteten diesen Aspekt mit „wichtig“ bzw. „sehr wichtig“.

Ein weiteres Ergebnis: Nur 8 Prozent der Befragten wollen sich gar nicht mit der Problematik des Wohnens im Alter auseinander setzen. Dahingegen sieht schon mehr als jeder Fünfte das Thema als relevant an und will sich in den nächsten 5 bis 10 Jahren mit seniorengerechten Wohnformen befassen. „Eine steigende Nachfrage nach spezifischen Wohnangeboten wird uns auch aus der Bauwirtschaft gemeldet“, sagt Klein. „Hier erkennen viele Unternehmen die Vorteile einer langfristigen, im Idealfall lebenslangen Mieterbindung.“ Aber auch Erwerber von Eigentumswohnungen denken mittlerweile langfristig und berücksichtigen bei ihren Planungen, ob die Wohnung auch im Alter geeignet ist. Dabei können Zertifikate eine wichtige Hilfe zur Kaufentscheidung für den Alterswohnsitz sein. 52 Prozent der Befragten würden eine Prüfung durch einen unabhängigen Fachmann als Entscheidungskriterium heranziehen.