19. August 2011

Der Stuckateur im Fernsehen: ein Mißverständnis

11-08-19%20mdr Ausbau und Fassade - Der Stuckateur im Fernsehen: ein Mißverständnis
Die Serie lief kurz vor zwölf Uhr Mittags. Wurde der Zeitpunkt bewusst  gewählt - sozusagen fast  "Fünf vor Zwölf"? Immerhin heißt die Reihe "Die Letzten ihrer Zunft". Neben einem Schuhmacher, Bürstenmachern und Gerber wird auch ein Stuckateur vorgestellt. Jörg Weikert aus Zwickau spielt die Hauptrolle in dem Film von dreieinhalb Minuten.

Vom 15. bis 19. August berichtete der MDR im Vormittagsprogramm von den "Letzten ihrer Zunft" – von aussterbenden Handwerksberufen. Anscheinend gehört auch der Stuckateur dazu – zumindest sehen das die Fernsehmacher so.

Im Internet äußert der MDR unter anderem „Übrigens: 2004 wurde in Deutschland in über 50 Handwerksberufen die Meisterpflicht abgeschafft. Die Hoffnung war, dass es mehr Existenzgründungen gibt. Nun kann jeder auch ohne Berufsausbildung einen Betrieb eröffnen.“ Dem kann man sogar zustimmen. Doch zumindest für das Stuckateurhandwerk liegen die Redakteure falsch. Wer einen Stuckateurbetrieb aufmacht, muss in der Regel die Qualifizierung als Meister vorweisen.

Unser Kommentar: Das Stuckateurhandwerk darf nicht auf die Herstellung und Renovierung von Stuck reduziert werden – wie es der Film suggeriert. Wir wissen, das ist ein Missverständnis. Nur wenige Stuckateure können vom klassischen Stuck als Spezialisten leben. Vergessen wird dabei, das das Stuckateurhandwerk sich ständig weiterentwickelt und weit mehr macht, als Stuck zu ziehen und zu formen.

Trotzdem ist der Beitrag sehenswert, weil er einen Stuckateur vorstellt, der seine Berufung lebt, und weil er Geschichte hautnah erfahrbar macht.

http://www.mdr.de/mdr-um-zwoelf/zunft100.html