25. August 2011

Das Handwerk ist stärker als angenommen

Erstmals seit 1995 hat das Statistische Bundesamt im Juli 2011 wieder Strukturergebnisse zum Handwerk vorgelegt. Das Handwerk in Deutschland ist danach sogar noch stärker als bislang angenommen.

Mit 4,916 Millionen Mitarbeitern im Jahr 2008 waren in den 94 Meisterberufen der Anlagen A und B1 rund 440.000 mehr Menschen beschäftigt als von der Handwerksorganisation bislang geschätzt. Die Umsätze lagen um rund 50 Milliarden Euro höher. Dabei werden von der Statistik Kleinstbetriebe, handwerkliche Nebenbetriebe (beispielsweise die Fleischereien in Supermärkten) und Unternehmen in den 57 handwerksähnlichen Berufen der Anlage B2 gar nicht erfasst.

Zu den Ergebnissen der Handwerkszählung für das Jahr 2008 erklärt Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH): „Die Ergebnisse der Handwerkszählung zeigen eindrucksvoll die zentrale Bedeutung der Wirtschaftsgruppe Handwerk für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Sie unterstreichen die Aussage der laufenden Imagekampagne: „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ Millionen Menschen finden im Handwerk einen zukunftssicheren Arbeitsplatz, hunderttausende junger Menschen erhalten durch eine exzellente berufliche Ausbildung hervorragende Berufs- und Lebensperspektiven.

Es ist wichtig, dass zukünftig jedes Jahr Strukturzahlen zum Handwerk veröffentlicht werden. Denn diese Daten sind nicht zuletzt auch von enormer Bedeutung für wirtschafts-, gesellschafts- und handwerkspolitische Weichenstellungen. Den Statistischen Ämtern von Bund und Ländern gebührt Dank, zumal die Erfassung ohne bürokratische Belastung der Unternehmen erfolgt. In der Zukunft sollte das Handwerk aber in Gänze abgebildet werden.“