05. September 2011

Knauf zielt in den asiatisch-pazifischen Raum

Die bayerische Knauf-Gruppe hat für 120 Millionen Euro die Gipsaktivitäten der französischen Lafarge Gruppe in Australien gekauft und zwei Gipsbauplattenwerke sowie das Vertriebsnetz des Unternehmens übernommen. Der asiatisch-pazifische Raum gilt als die am schnellsten wachsende Region für Gipsbauplatten weltweit.

"Wir erwarten, dass bis 2014 mehr als die Hälfte des weltweiten Marktwachstums aus dem asiatisch-pazifischen Raum kommen wird", betont Manfred Grundke, Geschäftsführender Gesellschafter der Knauf-Gruppe, und kündigte weitere Expansionspläne an.
(Foto: obs/Knauf)

Die Knauf-Gruppe erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit über 23.000 Mitarbeitern rund 5,2 Milliarden Euro Umsatz. Die Unternehmensgruppe in Familienbesitz gewinnt und produziert in über 60 Ländern an mehr als 150 Produktionsstandorten verschiedenste Baustoffe. Mit dem Zukauf etabliert sich Knauf als Nummer drei für Gipsbauplatten im australischen Markt. "Wir planen einen langfristigen Ausbau unserer Aktivitäten in Asien, sowohl regional als auch vom Produktspektrum her", so Manfred Grundke. Mit dem Kauf der beiden Werke in Australien wird Knauf über die bislang dort hergestellten Gipsbauplatten hinaus in Europa entwickelte Spezialplatten produzieren. Sie wirken je nach patentierten Zuschlagstoffen feuerhemmend, geräuschdämmend oder Luft reinigend und können sogar radioaktive Strahlung abblocken.

Neben einer breiten Palette an Gipsprodukten hat sich das Unternehmen auch auf komplette Wärmedämmsysteme spezialisiert. "Weltweit hat das Thema Energieeffizienz eine hohe Dynamik entwickelt, und im Gebäudebau steckt mehr Energieeinsparpotenzial als im gesamten Mobilitätssektor", hebt der Geschäftsführende Gesellschafter hervor. Gerade in Nordasien herrscht ein hoher Bedarf an moderner Wärmedämmung.

Wachstumsmarkt Trockenbau
Weltweit erwarten Beratungsunternehmen wie die amerikanische Global Industry Analysts, GIA, für Gipsbauplatten ein jährliches Wachstum von 7,7 Prozent bis 2015. "Wir erleben, in allen Schwellenländern, dass mit steigendem Wohlstand der Trockenbau deutlich zulegt", bekräftigt Manfred Grundke. Gipsbauplatten lassen sich im Vergleich zu flüssigen Gipsprodukten schneller und mit geringeren Lohnkosten verarbeiten.

"Wir werden in verschiedenen Ländern der Region sowohl Unternehmen zukaufen als auch eigene Werke errichten, um die überdurchschnittlichen Wachstumschancen zu erschließen", so Manfred Grundke. Bislang betreibt das Unternehmen bereits fünf Werke in China und Indonesien, davon eines noch im Bau.

Lafarge löst sich von den Gipsaktivitäten
Bereits am 15. Juli 2011verkündete Lafarge, dass es Verhandlungen mit der Etex Gruppe über den Verkauf ihres europäischen und lateinamerikanischen Gipsgeschäfts gibt. Zur Meldung: http://www.ausbauundfassade.de/index.php?option=com_content&task=view&id=7855&Itemid=18