06. September 2011

Starker Anstieg von Baugenehmigungen in Schleswig-Holstein

Die aktuellsten Zahlen bestätigen die gute Stimmung am Bau: Von Januar bis Juni 2011 stieg der baugewerbliche Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast 18 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. "Das ist sehr erfreulich. Wir kommen langsam, aber sicher wieder auf das Vorkrisenniveau," kommentiert Dipl.-Ing. Thorsten Freiberg, Vorsitzender des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein, diese Zahl.

19 Prozent Umsatzsteigerung verzeichnete in den ersten sechs Monaten dieses Jahres der private Wohnungsbau. Freiberg: „Es macht sich deutlich bemerkbar, dass die öffentliche Hand nicht genug Geld in der Kasse hat und an Baumaßnahmen spart.“ So stieg der Umsatz aus dem öffentlichen Bereich zwar auch um 19 Prozent, aber absolut gesehen auf niedrigem Niveau. Zumal: Die Auftrageingänge in diesem Bereich sind mit fast vier Prozent rückläufig. „Im Vergleich zum Vorjahr sind das insgesamt beruhigende Zahlen“, so Freiberg, „aber im Fünfjahresvergleich sind wir jetzt erst knapp oberhalb der Durchschnittswerte angekommen“.

Erfreulicherweise konnten die Bauunternehmen auch wieder mehr Arbeitnehmer beschäftigen: Die Zahl stieg um rund ein Prozent auf nunmehr 20.870 Mitarbeiter. Ein Blick in die Statistik zeigt, dass im nördlichsten Bundesland wieder mehr Baugenehmigungen erteilt wurden, nämlich von Januar bis Mai 2011 insgesamt für 2363 Wohngebäude – ein Plus von mehr als 40 Prozent. In absoluten Zahlen jedoch, so Freiberg weiter, „ist das für eine ganze Branche immer noch unbefriedigend. Sie können sich leicht ausrechnen, wie viele Baugenehmigungen das pro Monat und Landkreis sind.“ Parallel dazu sind die Baugenehmigungen für die Errichtung von Nichtwohngebäuden sogar im gleichen Zeitraum von 784 in 2010 auf 578 in 2011 um mehr als 26 Prozent zurückgegangen. Freiberg: „Dennoch trägt der Wirtschaftsbau die Konjunktur nach wie vor.“

Angesichts dieser Zahlen will das Baugewerbe an verschiedenen Punkten den Finger in die Wunde legen: Problemfelder sind laut Freiberg vor allem „der so genannte Facharbeitermangel, das Verschleudern von Volksvermögen durch die Kommunen, die Winter-Posse um die Ausbesserungen an unseren Straßen, das zu geringe Interesse der Kommunen an Public Private Partnership-Projekten und die bislang noch fehlende steuerliche Absetzbarkeit von baulichen Investitionen im privaten Sektor“.

Auf der NordBau untermauert Schleswig-Holsteins stärkster Verband der Baubranche auf seinem 200 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand mit vielen leistungsfähigen Partnern in diesem Jahr einen Imagewandel: „Bauen ist heutzutage Hightech“, erklärt Freiberg. So ist der rundum erneuerte Messeauftritt des BGV zugleich ein Fingerzeig in das nächste Jahr, wenn der BGV in allen Schularten des Landes mit einem neuen Image um Nachwuchskräfte werben will.