14. September 2011

IG Bau fordert bessere Ausbildungsqualität für Maler- und Lackierer-Nachwuchs

Viele angehende Maler- und Lackierer sind mit ihrer Ausbildung unzufrieden. Im aktuellen DGB-Ausbildungsreport belegt der Berufszweig lediglich Platz 22 von 25. Damit wird diese Ausbildung immer noch so schlecht bewertet wie im vergangenen Jahr.

„Trotz der zunehmenden Klagen über einen Fachkräftemangel hat sich in den Betrieben offensichtlich nicht viel getan“, sagte Christian Beck, Bundesjugendsekretär der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau). „Chefs, die sich noch nicht einmal um den hiesigen Nachwuchs kümmern, können aber nicht im Ernst erwarten, dass der Zuzug von Fachkräften nach Deutschland erleichtert wird. Dafür gibt es keine Akzeptanz“, ergänzte der für Maler und Lackierer zuständige IG Bau-Branchensekretär Thomas Kurtze.

Die Unzufriedenheit mit der Ausbildung führt bei den Betroffenen zu großer Frustration. Nur knapp die Hälfte von ihnen gibt an, nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer weiter in dem Beruf arbeiten zu wollen. Die jungen Menschen macht insbesondere die hohe Arbeitsbelastung und die mangelnde Betreuung zu schaffen. Rund 40 Prozent der Befragten gab an, regelmäßig Überstunden zu machen. Gleichzeitig muss jeder Zweite für seinen Chef ausbildungsfremde Tätigkeiten erledigen. Im Ergebnis steht eine Belastung, die die Jugendlichen an ihre Grenzen führt. Für fast zwei Drittel wird die Zeit so knapp, dass sie sich in ihrer Freizeit nicht mehr erholen können.

Zudem lässt die Betreuung der jungen Menschen zu wünschen übrig. Jeder Fünfte hat nicht einmal einen Ausbilder, der ihm zur Seite steht. Noch schlechter sieht es mit der Voraussetzung für eine strukturierte Ausbildung aus. Mehr als zwei Drittel fehlt ein Ausbildungsplan für eine geordnete und transparente Ausbildung. „Betriebsleiter, die ihre Auszubildenden im Stich lassen, verhalten sich unverantwortlich“, betonte Beck. „Sie erschweren dem Fachkräfte-Nachwuchs unnötig den Schritt ins Berufsleben. Sie müssen sich fragen lassen, ob es ihnen wirklich auf die Wahrnehmung einer gesellschaftlichen Aufgabe ankommt oder ob sie nicht lediglich darauf aus sind, den Nachwuchs als billige Arbeitskräfte auszunutzen.“

Es ist höchste Zeit, dass das Maler- und Lackiererhandwerk dem schlechten Abschneiden im Ausbildungsranking entgegensteuert. Mit einer Imagekampagne für das Handwerk ist es nicht getan. Die Ausbildungs- und Berufs-Praxis muss stimmen. Nur dann wird sich das Image des Maler- und Lackiererhandwerks verbessern, und die Betriebe werden auch künftig noch genügend junge Bewerber finden.