12. Oktober 2011

Handwerkskonjunktur in der Region Mittelrhein auf hohem Niveau stabil

Nach der aktuellen Konjunkturbefragung der Handwerkskammer (HwK) Koblenz unter 2.800 Mitgliedsbetrieben schätzen 88 Prozent der Betriebsinhaber ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend ein. Im Vorjahr waren es 90 Prozent. Damit bleibt die Einschätzung der Handwerksbetriebe in der Region Mittelrhein optimistisch und liegt genau im Landesdurchschnitt. Auch die Erwartungen der Geschäftslage für die nächsten drei Monate bleiben im Kammerbezirk Koblenz mit ebenfalls 88 Prozent stabil.

Die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage im Handwerk zeigen, dass die Werte einzelner Konjunkturindikatoren wie Auftragsbestand, Betriebsauslastung, Umsatzentwicklung und Beschäftigungssituation weiter zufriedenstellend sind. Die Investitionstätigkeit ist leicht zurückgegangen. Wir werden unsere Bemühungen um Stabilität und Planungssicherheit für unsere Unternehmen weiter verfolgen“, so HwK-Präsident Werner Wittlich und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden. „Das Konjunkturpaket II hat die Umsatz- und Beschäftigungssituation im Handwerk insbesondere in den Bau- und Ausbauhandwerken gestützt. Dieses läuft zum Jahresende aus. Zukünftig geht es verstärkt um die Sicherung der Fachkräfte für das Handwerk. Hier wird die Ausbildung von jungen Menschen im Handwerk eine verstärkte Rolle einnehmen, wofür wir die aktive Unterstützung der Landesregierung benötigen. Die bundesweite Imagekampagne des Handwerks trägt bereits dazu bei, die Bedeutung des Handwerks für die deutsche Wirtschaft hervorzuheben und für das moderne, vielfältige Handwerk zu werben“, so die Kammerspitze.

Die Stimmungslage in den einzelnen Landkreisen liegt in einer Bandbreite von 74 bis zu 98 Prozent der befragten Handwerksbetriebe, die ihre aktuelle Geschäftslage mit gut oder befriedigend beurteilen. Das beste Geschäftsklima melden in diesem Herbst die Betriebe im Rhein-Hunsrück-Kreis, den niedrigsten Wert geben die Betriebe in Koblenz an. In den Landkreisen Rhein-Lahn, Ahrweiler und Bad Kreuznach beurteilen 92 beziehungsweise 91 Prozent ihre Geschäftslage mit gut oder befriedigend. Im Kreis Westerwald sind es 89 Prozent, im Kreis Neuwied 88 Prozent, in den Kreisen Altenkirchen und Mayen-Koblenz jeweils 84 Prozent und im Kreis Cochem-Zell 79 Prozent der Befragten, die eine zufriedenstellende Geschäftslage angeben.

In den einzelnen Handwerksbranchen hat sich die Beurteilung der Geschäftslage unterschiedlich entwickelt. Von den Betrieben für den gewerblichen Bedarf wie Feinwerkmechaniker, Metallbauer oder Elektromaschinenbauer geben 84 Prozent eine gute oder zufriedenstellende Geschäftslage an (Vorjahreswerte in Klammern: 90 Prozent). Die beste Einschätzung melden im Herbst 2011 wie im Vorjahr die Baubetriebe wie Maurer, Dachdecker, Straßenbauer und die Ausbaubetriebe wie Tischler, Maler, Installateure und Heizungsbauer, Elektrotechniker mit je 93 Prozent (94 und 92 Prozent). Bei den Kfz-Betrieben geben 80 Prozent (81 Prozent) eine zufriedenstellende Geschäftslage an, im Nahrungsmittelgewerbe liegt der Anteil der Befragten mit einer guten und zufriedenstellenden Geschäftslage bei 75 Prozent (80 Prozent). Von den Betrieben der personenbezogenen Dienstleistungen wie Friseur, Fotograf, Textilreiniger melden aktuell 81 Prozent ein zufriedenstellendes Geschäftsklima (88 Prozent). Bei den Betrieben im Gesundheitsgewerbe liegt der Anteil der Befragten mit einer guten und zufriedenstellenden Geschäftslage bei 78 Prozent (73 Prozent). Damit haben sich die Beurteilungen insgesamt leicht verschlechtert, befinden sich aber weiterhin auf einem hohen Niveau.

Bei der Kapazitätsauslastung von mindestens 70 Prozent erreichen die Handwerksbetriebe in der Region Mittelrhein mit 75 Prozent (73 Prozent) einen höheren Wert als der Landesdurchschnitt mit 71 Prozent (67 Prozent). Spitzenreiter sind hier die Betriebe der Bau- und Ausbauhandwerke mit jeweils 87 Prozent (87 und 81 Prozent). Von den Handwerken für den gewerblichen Bedarf geben 80 Prozent eine zufriedenstellende Auslastung an (66 Prozent).

Der Auftragsvorlauf für die Betriebe im nördlichen Rheinland-Pfalz liegt mit 8,7 Wochen (8,3 Wochen) ebenfalls über dem Landesdurchschnitt von 8,2 Wochen (7,8 Wochen). Hier geben die Betriebe im Baugewerbe mit 10,9 Wochen den höchsten, die Betriebe im Gesundheitsgewerbe mit 1,0 Wochen den niedrigsten Wert an.

Trotz verbesserter Auftragsreichweite entwickeln sich der Auftragseingang und der Auftragsbestand im Herbst 2011 leicht rückläufig. Die Ergebnisse sind aber weiter zufriedenstellend. Im vergangenen Jahr gaben 81 Prozent einen konstanten oder gestiegenen Auftragseingang an, jetzt sind es 80 Prozent. Einen konstanten oder gestiegenen Auftragsbestand gegenüber dem Vorquartal gaben im Vorjahr 84 Prozent der Befragten an, jetzt sind es 81 Prozent.

Auch die Ergebnisse der Umsatzentwicklung der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk Koblenz liegen leicht unter den Vorjahreswerten, aber auf einem weiterhin hohen Niveau. 81 Prozent (84 Prozent) geben höhere oder zumindest gleiche Einnahmen gegenüber dem Vorquartal an. Im Landesdurchschnitt sind dies 80 Prozent (78 Prozent). Der Preisdruck für die Betriebe hat nicht abgenommen. Aktuell geben 51 Prozent (42 Prozent) der Befragten steigende Einkaufspreise an. 16 Prozent können höhere Verkaufspreise bei ihren Kunden durchsetzen (9 Prozent).