26. Oktober 2011

Land NRW fördert das kreative Potenzial des Handwerks

Mit finanzieller Unterstützung des Landes bündeln die Handwerksorganisationen in Nordrhein-Westfalen ihre Anstrengungen zur Förderung der Gestaltungskompetenz in den Betrieben. Gemeinsames Ziel ist die Bildung der Dachmarke Design Handwerk NRW, unter der alle Initiativen der Kammern und Fachverbände zusammengefasst werden.

Fachliche Kompetenz in Form- und Farbgebung ist für die Handwerksbetriebe zwischen Rhein und Weser ein bedeutender Wettbewerbsfaktor. Das betonte Harry K. Voigtsberger, Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, bei einem Besuch der Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg. Meister und Gesellen seien ein wichtiger Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen, deren Gesamtumsatz 36 Milliarden Euro ausmache. Ein wesentliches Ziel der Handwerksinitiative, die insgesamt ein Fördervolumen von 20 Millionen Euro aufweise, sei es, die Fähigkeiten der Betriebsinhaber und Beschäftigten im Bereich Gestaltung zu verbessern.

Minister Voigtsberger: »Mit Preisen wie DesignTalente und Manufactum, mit den Gestaltungsakademien wie zum Beispiel hier Gut Rosenberg, mit Ausstellungen und den vielen, vielen gestaltenden Unternehmen leistet das Handwerk einen erheblichen Beitrag zum Ausbau des Kreativstandorts Nordrhein-Westfalen. Deshalb unterstütze ich im Rahmen der Handwerksinitiative mit Fördermitteln des Landes die Initiative des Handwerks, die Designkompetenz der Betriebe an eine breitere Öffentlichkeit heranzutragen. Das ist auch ein Anreiz für die Handwerkerinnen und Handwerker, das gestalterische Potenzial an Standorten wie Gut Rosenberg auszubauen.«

Heute legen die Kunden immer größeren Wert auf ganzheitliche Lösungen, die eine professionelle Gestaltung der handwerklichen Produkte und Dienstleistungen erfordern. So müssen Tischlereien nicht allein individuelle Möbel anfertigen, sondern auch Konzepte für die komplette Einrichtung von Arztpraxen, Ladengeschäften und Wohnungen entwickeln. Sonst haben sie nur geringe Chancen, lukrative Aufträge zu erhalten.

Impulse für den Prozess des Know-how-Transfers wird ein neues Internet-Portal geben, das vom Westdeutschen Handwerkskammertag (WHKT) aufgebaut wird. »Design Handwerk NRW« solle über sämtliche Aktivitäten der Wirtschaftsgruppe im Bereich Gestaltung informieren und den Nutzern einen fundierten Überblick geben, sagte Reiner Nolten, Hauptgeschäftsführer des WHKT. Nach der Übergabe des Bewilligungsbescheides über 60.000 Euro dankte er dem Wirtschaftsminister für die Bereitschaft des Landes, den Aufbau der Website, aber auch die Austragung des Wettbewerbs DesignTalente Handwerk NRW 2012 zu unterstützen.

Ein besonderes Anliegen des NRW-Handwerks ist es, Gestaltungskompetenz schon in der Lehre und nicht erst in der Meisterschule zu vermitteln. Das machte Ralf W. Barkey, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für die Region Aachen, deutlich. »Wir müssen deutlich mehr junge Leute für dieses Thema begeistern.« Als bundesweit erstes anerkanntes Kompetenzzentrum leiste die Akademie für Handwerksdesign Gut Rosenberg in Kooperation mit den Berufskollegs wichtige Vorarbeit, um das Fach in den Ausbildungsordnungen der einzelnen Gewerke verpflichtend zu verankern. Gleichzeitig entwickelten ihre Dozenten praxisnahe Weiterbildungsmodule für die Firmenchefs und deren Mitarbeiter, die ihre kreativen Fähigkeiten verbessern wollten.