02. November 2011

IG BAU übt scharfe Kritik an Handwerkschef Otto Kentzler

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) übt scharfe Kritik am Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks Otto Kentzler wegen seiner ablehnenden Haltung zur Einführung einer allgemeingültigen Lohnuntergrenze.

Das für die Handwerkspolitik zuständige IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Andreas Steppuhn warf Kentzler vor, Teile des Handwerks dauerhaft zur Niedriglohnbranche machen zu wollen. Der ZDH-Präsident hatte sich zuvor gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ausgesprochen.

Nachdem sich tarifliche Mindestlöhne in vielen Branchen des Handwerks bewährt hätten, gebe es keine plausiblen Gründe mehr für die Ablehnung von Mindestlöhnen in denjenigen Branchen, in denen tarifliche Mindestlöhne nicht möglich sind, sagte Steppuhn. „Wer wie Kentzler flächendeckende Mindestlöhne weiter ablehnt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt“, stellte er fest.

Der Gewerkschafter stellte infrage, ob Kentzler mit seiner ablehnenden Haltung zu Mindestlöhnen noch das Sprachrohr des gesamten Handwerks in Deutschland sei. Zumindest spreche er in dieser Frage nicht mehr für über vier Millionen Arbeitnehmer im deutschen Handwerk, kritisierte Steppuhn.