28. November 2011

Neuer Tarifabschluss im Maler-Lackiererhandwerk

Nach mehr als 12 Stunden Verhandlungsdauer wurde in der Nacht vom 10./11.11.2011 eine Einigung mit der IG BAU zum Lohn – Tarifabschluss gefunden. Diese Tarifeinigung wurde nach dem verbandsinternen Abstimmungsverfahren nach den Regelungen der Satzung des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz nunmehr am 25.11.2011 angenommen. Die IG BAU hat ebenfalls ihre Zustimmung erklärt.

Der Tarifabschluss sieht im Einzelnen vor:

Lohnabschluss 2011
• Die zum 30. Juni 2011 geltenden tariflichen Löhne im Maler-Lackiererhandwerk werden mit Wirkung vom 01. Juli 2011 bis 31. Oktober 2011 wieder in Kraft gesetzt (= 4 „Null-Monate“).
• Zum 01. November 2011 wird der Ecklohn im Tarifgebiet West (ohne Berlin) um 3,0 % erhöht. Zum 01. Dezember 2012 wird der Ecklohn weiter um 2,25% erhöht.
• In den den östlichen Bundesländern (Tarifgebiete Ost mit Berlin) wird der Ecklohn mit den gleichen Cent-Beträgen wie in den Tarifgebieten West erhöht, d.h. ab November 2011 auf 13,19 €; ab Dezember 2012 auf 13,51 €.
• Der Lohntarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2013.

Insgesamt hat der Tarifvertrag damit eine Dauer von 27 Monaten, mit 4 Monaten ohne eine Lohnsteigerung seit Juli 2011 und einer Verlängerung des bisherigen Endtermins um 3 Monate. Die prozentuale Steigerung entspricht unter Berücksichtigung dieser Zeiten nach der üblichen Tarifformelberechnung bei dem Bezug auf einen jeweils 12monatigen Abschlusszeitraum für die Tarifgebiete West einer Steigerung von jährlich 2,03%.

Für die Tarifgebiete der östlichen Bundesländer (mit Berlin) wurde keine prozentuale Erhöhung vereinbart. Entsprechend der Praxis aus der jüngeren Vergangenheit wurden die Cent- Steigerungsbeträge der Tarifgebiete West von 0,42 € (01.11.2011) und 0,32 € (01.12.2012) übernommen.

Der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite Paul Laukötter erklärte dazu: „Wir wollten mit „Augenmaß“ ein Teilhabe der Beschäftigten an der derzeit positive wirtschaftliche Situation in der Branche. Bis in die jüngste Zeit hinein haben wir eine erhebliche Zurückhaltung bei den Lohnsteigerungen für die Beschäftigten in der Branche gehabt. Große Verteilungsspielräume sind weiterhin mit dem Blick in die Zukunft nicht gegeben. Daher war uns besonders an einer langen Laufzeit, die den Betrieben Planungssicherheit gibt, gelegen".

Mindestlöhne
Im Weiteren wurde vereinbart die bis zum 29.02.2012 geltenden Mindest- bzw. Einstiegslöhne (11,75 € bzw. 9,75 €) zunächst bis zum 30. Juni 2012 zu verlängern. Die Tarifvertragsparteien werden sich darüber hinaus um eine Anschlusslösung bemühen.