02. Dezember 2011

Ist-Versteuerung bleibt bei 500.000 Euro

Die Umsatzgrenze für die Ist-Versteuerung der Betriebe bleibt nun dauerhaft bei 500.000 Euro. Dafür hat heute am 25. November 2011 der Bundesrat den Weg frei gemacht. „In einer Phase, in der die Unternehmen investieren, ist das ein gutes Signal“, freute sich Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle. Die Entfristung verschaffe rund 70 Prozent aller Handwerksbetriebe im Land nun endlich nicht nur Planungssicherheit, sondern vor allem auch einen zusätzlichen Liquiditätspuffer.

Der Bundesrat hat zugestimmt, dass die Umsatzgrenze für die Ist-Versteuerung bei 500.000 Euro unbefristet beibehalten wird. Das bedeutet, dass Unternehmen, die unter dieser Marke liegen, ihre Umsatzsteuer erst nach Zahlungseingang zu bezahlen brauchen und nicht schon bei Rechnungsstellung vorstrecken müssen. Dies hatte sich in der Vergangenheit in einigen Handwerksbranchen, bei denen sich die Zahlungseingänge immer weiter hinausschieben, als besonders problematisch erwiesen. Vor allem im Fall von öffentlichen Auftraggebern, die nach Umfragen in der Regel erst 30 bis 90 Tage nach Leistungserbringung zahlen. Handwerksunternehmen müssen derzeit also für zwei bis drei Monate erhebliche zinslose Kassenkredite an den Fiskus bereitstellen und erhöhen damit ihre eigenen Liquiditätsengpässe.

Die Umsatzgrenze wurde im Jahr 2009 auf 500.000 Euro verdoppelt und sollte ursprünglich Ende 2011 wieder auf das ursprüngliche Niveau zurückfallen. Ein Bundesratsantrag aus Baden-Württemberg, der im Sommer mehrheitlich angenommen wurde, brachte den Stein ins Rollen. Der Antrag sah vor, die Umsatzgrenze zumindest befristet bis Ende 2012 beizubehalten. Dass nun sogar eine komplette Entfristung erreicht wurde, begrüßte der Baden-Württembergische Handwerkstag (BWHT) nachdrücklich. Dies bringe erfreulicherweise auch ein Stück Bürokratieabbau mit sich: Für steuerliche Zwecke müssen in der Regel erst ab einem Umsatz von 500.000 Euro Bücher geführt werden. „Bei der zuvor möglichen Gewinnermittlung per Einnahmen-Überschussrechnung werden nur Zahlungsflüsse, nicht aber Forderungen erfasst werden, sodass die Ist-Versteuerung bis zur selben Umsatzgrenze nur konsequent ist“, erklärte Möhrle.