21. Dezember 2011

Erfolgreiche Qualitätsprüfung für die südbadischen Ausbildungszentren

Das Berufsförderungswerk der Südbadischen Bauwirtschaft hat als erste Einrichtung für die Ausbildung mehrerer Bauberufe in Baden-Württemberg die Qualitätsprüfung der SOKA-BAU erfolgreich durchgeführt.

Gemäß § 25 Abs. 1 Tarifvertrag über die Berufsbildung im Baugewerbe sollen zukünftig nur noch diejenigen Ausbildungszentren Erstattungsleistungen von der SOKA-BAU erhalten, die sich erfolgreich einer Qualitätsprüfung unterziehen. Die Tarifvertragsparteien haben hierzu einen Leitfaden zur Überprüfung der Einhaltung von Mindest-Qualitätsanforderungen in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten erarbeitet, anhand dessen alle bei der SOKA-BAU gelisteten Ausbildungsstätten überprüft werden. Die SOKA-BAU hat die Dekra Certification GmbH in Stuttgart mit der Durchführung beauftragt.

Vom 5. bis 8. Dezember 2011 wurden alle drei Ausbildungszentren des Berufsförderungswerkes in Bühl, Donaueschingen und Waldshut gemäß den Qualitätskriterien der SOKA-BAU geprüft. Das Berufsförderungswerk bietet in seinen Zentren in insgesamt 20 Ausbildungshallen die Grund- und Fachstufe in 7 Bauberufen sowohl für die Sparte Bauindustrie als auch für die Sparte Bauhandwerk an.

Den Beginn machte das Ausbildungszentrum Bühl, welches mit 13 Werkhallen und einem eigenen Internat mit einer Kapazität von 95 Betten auch gleichzeitig das größte darstellt. „Gerade dieses Ausbildungszentrum bietet aufgrund seiner Größe und Vielfalt einen umfangreichen Einblick in die Bauausbildung, wie er anderenorts kaum möglich ist“, erläuterte Steffen Reuter, Geschäftsführer des Berufsförderungswerks, den Auditoren der DEKRA Certification GmbH.

Beim ersten Rundgang zeigten sich die Auditoren sehr beeindruckt von der Größe des Ausbildungszentrums sowie von der Großzügigkeit seiner Werkhallen. Sie verschafften sich vor Ort in intensiven Gesprächen mit der Geschäftsführung, der Zentrumsleitung und den Ausbildungsmeistern Einblick in die Ausbildung von Maurern, Betonbauern, Straßenbauern, Stuckateuren, Fliesenlegern, Zimmerern und WKSB-Isolierern.

Doch nicht nur die Organisation und die Durchführung der Ausbildung, sondern auch die Unterbringung und Betreuung im Internat interessierte die Auditoren. Ein Auditor wählte den direkten Weg und quartierte sich im Internat ein, um sich ein ungeschöntes Bild von der Internatsunterbringung, den Freizeitangeboten und der Verpflegung zu machen. Nach einer Nacht im Internat fiel das Votum sehr erfreulich aus.

Nach Abschluss der zweitägigen intensiven Prüfung stand fest: Das Ausbildungszentrum Bühl hat die Qualitätsanforderungen erfüllt. Besonderes Lob gab es für die Einführung moderner Ausbildungsinhalte in Form zahlreicher neuer Ausbildungsmodule, die das Kompetenzzentrum in Bühl entwickelt hat.

Anschließend wurden an zwei weiteren Tagen die Prüfungen in den Ausbildungszentren Donaueschingen und Waldshut vorgenommen. Auch hier kam es zu keinen Beanstandungen. Als Vorteil erwies sich die Zertifizierung des gesamten Berufsförderungswerkes nach DIN EN ISO 9001. Die Auditoren der DEKRA fanden entsprechend auch in Donaueschingen und Waldshut die gleichen Abläufe, Formulare und Musterschreiben wie im Ausbildungszentrum Bühl vor, so dass sich die Überprüfung vereinfachte. Unterschiede in der Ausbildung konnten die Auditoren dennoch feststellen, da die Ausbildungsinhalte jeweils den besonderen Wünschen der in der Region ansässigen Innungen und Betriebe angepasst werden.

Von besonderem Interesse für die Auditoren waren die Gespräche mit den Ausbildungsmeistern, die sich jeweils an die Prüfung der Organisation anschlossen. Denn vor Ort in den Werkhallen zeigt sich, ob die Vorgaben in eine handlungsorientierte Ausbildung umgesetzt werden. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, dass jeder Ausbilder trotz scheinbarer Regulierung der Ausbildung durch Verordnungen und formelle Vorgaben seine eigene Persönlichkeit in die Ausbildung einbringen kann. Erst durch das persönliche Engagement der Ausbilder findet eine zielgerichtete Vermittlung der Ausbildungsinhalte statt.