20. Januar 2012

Handwerker in Baden-Württemberg legen bei Ausbildung deutlich zu

Mit einem erfreulichen Plus bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen startet das baden-württembergische Handwerk in das neue Jahr. Zum ersten Mal seit 2007 begannen wieder mehr junge Menschen eine Handwerkslehre als im Vorjahr. Gleichzeitig konnten erneut wieder tausende von Lehrstellen nicht besetzt werden, teilte Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle mit.

Im Jahr 2011 begannen 21.076 junge Menschen eine Lehre in einem Handwerksberuf. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vor dem Hintergrund weiter zurückgehender Schülerzahlen wertete Möhrle dies als Erfolg. Bis zum Jahresende konnten 2.627 neue Ausbildungsplätze eingeworben werden. Das waren gut 21 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem konnten rund 2.000 Betriebe für eine erstmalige Ausbildung gewonnen werden. Die Sorge der Nachwuchs- und damit der Fachkräftesicherung bleibe jedoch, sagte Möhrle. Noch im Herbst 2011 meldeten 17,5 Prozent von 1.200 befragten Betrieben, dass sie noch offene Lehrstellen haben. Insbesondere im Nahrungsmittelhandwerk fehlen die Bewerber. Zudem erklärten rund zwei von fünf Betrieben, sie könnten auch über ihre zusätzliche Planung hinaus noch eine weitere Lehrstelle schaffen, falls es besonders gute Bewerber gäbe. Möhrle: „Die Betriebe hätten noch deutlich mehr ausbilden können, die Ausbildungsbereitschaft ist hoch.“

Gemeinsam mit den Handwerksorganisationen werben die Handwerker aktiv um junge Menschen und betreiben ein offensives Ausbildungsmarketing. Betriebspraktika und Auslandpraktika, in Schulen gehen, Stärken bewusst machen, neue Medien nutzen, intensiv mit Schwächeren arbeiten, gezielt auf Abiturienten zugehen und die bundesweite Imagekampagne – das sind nur einige Stichworte hierzu. Übrigens bieten inzwischen fast alle Handwerkskammern im Land neben den Lehrstellenbörsen eine Lehrstellen-App an. Das macht die Suche nach einem freien Ausbildungsplatz im Handwerk jetzt noch einfacher. Mit dem Smartphone können Schulabgänger aktuell aus freien Lehrstellen in einem Handwerksbetrieb in ihrer Region wählen. Die App kann kostenlos im Internet heruntergeladen werden.