30. März 2012

Bauwirtschaft: Geschäftsklima bleibt exzellent

Nach den Ergebnissen des ifo Konjunkturtests war das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe im März nicht mehr ganz so exzellent wie im Vormonat. Die Befragungsteilnehmer waren mit ihrer momentanen Geschäftslage zwar etwas zufriedener, den kommenden Monaten sahen sie jedoch weniger optimistisch entgegen. Die Bauproduktion sowie die Kapazitätsauslastung stiegen an. Mit knapp 72% (saison- und witterungsbereinigt) war der Ausnutzungsgrad der Gerätekapazitäten allerdings etwas kleiner als vor einem Jahr.

Drei Viertel der Unternehmen berichteten über Produktionsbehinderungen; vor Jahresfrist waren es 70%. Beinahe zwei Drittel der Testteilnehmer meldeten Beeinträchtigungen aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse (Vorjahreswert: 55%); wie vor einem Jahr klagten 24% über Auftragsmangel. Die Auftragsbestände reduzierten sich auf durchschnittlich 2,8 Monate (saison- und witterungsbereinigt), was dem Vorjahreswert entsprach. Den Firmenangaben zufolge konnten die Preise vielerorts heraufgesetzt werden. Nach den Meldungen der Unternehmen zu schließen, dürften sich in den kommenden Monaten zusätzliche Preisanhebungsspielräume eröffnen. Die befragten Firmen wollen in den nächsten Monaten ihren Personalbestand weiter erhöhen.

Im Hochbau stieg der Geschäftsklimaindikator geringfügig und erreichte einen neuen gesamtdeutschen Spitzenwert. Während sich im gewerblichen Hochbau sowohl die Geschäftslage als auch die Erwartungen verbesserten, gaben im öffentlichen Hochbau beide Indikatorkomponenten nach. Im Wohnungsbau waren die Firmen mit der aktuellen Situation zufriedener, blickten jedoch weniger zuversichtlich in die nahe Zukunft. 55% der Hochbaufirmen berichteten über witterungsbedingte Produktionsstörungen (Vorjahreswert: 46%). Bei gut einem Fünftel der Unternehmen wirkte sich Auftragsmangel negativ auf die Bautätigkeit aus; mit 30% war dieser Anteil im öffentlichen Hochbau überdurchschnittlich hoch. Mit nahezu 72% lag die Geräteauslastung geringfügig unter dem Wert des Vorjahres. Die Auftragspolster vergrößerten sich im gewerblichen Hochbau um 0,1 auf 3,5 Monate und stagnierten im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Hochbau bei 2,7 bzw. 2,4 Monaten. Im Hochbau insgesamt reichten die Auftragsreserven wie im Vormonat für 3,0 Produktionsmonate (März 2011: 2,8 Monate). Die Testergebnisse lassen erkennen, dass die Preise erneut angehoben werden konnten. Für die nächsten Monate gingen die Testteilnehmer davon aus, dass sie die Preise vermehrt heraufsetzen können.

Im Tiefbau hat sich das Geschäftsklima im März wieder verschlechtert. Die befragten Tiefbaufirmen beurteilten ihre ak-13 tuelle Lage etwas zurückhaltender als im Vormonat. Zudem ließ der Optimismus hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den nächsten sechs Monaten nach. 84% der im Tiefbau tätigen Unternehmen berichteten über Behinderungen der Bautätigkeit (Vorjahresmonat: 77%). Beinahe drei Viertel der Befragten gaben an, dass sie bei der Projektabwicklung vom Wetter beeinträchtigt wurden; 27% klagten über fehlende Aufträge. Der Ausnutzungsgrad des Maschinenparks verringerte sich geringfügig auf 72% und lag damit etwas unter dem Vorjahresniveau. Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich im Straßenbau sowie im sonstigen Tiefbau um jeweils 0,2 Monate auf 2,4 bzw. 2,6 Monate. Im Durchschnitt der Tiefbausparten waren die Auftragsreserven mit 2,5 Monaten kleiner als vor einem Jahr (2,8 Monate). Den Testergebnissen zufolge konnten die Preise häufiger heraufgesetzt werden. So überwogen mittlerweile auch im Straßenbau die Preisanhebungen. Für die nächsten Monate gingen die Unternehmen davon aus, dass sich die Preiserhöhungsspielräume vergrößern werden.

Bauwirtschaft (Ost)
In den neuen Bundesländern hat sich das Geschäftsklima eingetrübt. Sowohl die derzeitige Lage als auch die Geschäftsaussichten wurden spartenübergreifend zurückhaltender eingeschätzt. Zwei Drittel der befragten Unternehmen berichteten über Produktionsbehinderungen durch ungünstige Witterung (Vormonat: 81%). Rund ein Drittel war von Auftragsmangel betroffen (Vormonat: 27%), wobei dieser Anteil im Tiefbau bei fast 40% lag. Die Geräteauslastung sank leicht auf 73,5% (saison- und witterungsbereinigt); vor Jahresfrist waren es rund 3 Prozentpunkte mehr. Die im Jahresvergleich geringere Inanspruchnahme des Maschinenparks ist dabei auf eine gesunkene Auslastung im Hochbau zurückzuführen. Die Reichweite der Auftragsbestände verkürzte sich von 2,5 auf 2,4 Monate. Die Testteilnehmer berichteten vermehrt von Preiserhöhungen. Auch in den kommenden Monaten erwarteten die befragten Firmen steigende Preise.