13. April 2012

EnerPHit-Wärmedämmsystem: Neue Zertifizierung für den Altbau

Das Passivhaus Institut führt als Planungshilfe für die EnerPHit-Modernisierung – das Zertifikat für die Gebäudesanierung – nun zusätzlich ein neues Angebot ein: Ab sofort können Hersteller von Dämmsystemen Ihre Produkte für die Anwendung in EnerPHit-Projekten als „EnerPHit-Wärmedämmsystem“ zertifizieren lassen.

Für die Zertifizierung – vorerst nur für Anwendung in kühlgemäßigtem Klima (z.B. Mitteleuropa) – werden vom Hersteller in Zusammenarbeit mit dem Passivhaus Institut EnerPHitgeeignete Wärmedämmlösungen für die gesamte Gebäudehülle entwickelt. Dies beinhaltet empfohlene Musterlösungen für eine Vielzahl von altbautypischen Bauteilanschlüssen mit Angabe der zugehörigen Wärmebrücken-Verlustkoeffizienten (Psi-Wert). „Bei Ausführung gemäß diesen Details müssen für die Zertifizierung keine Wärmebrücken berechnet werden und der Planer kann sicher sein, dass die Ausführung den Anforderungen der EnerPHit-Gebäudezertifizierung genügt“, erklärt Zeno Bastian, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Passivhaus Institut.

Das erste Komponenten-Zertifikat erhält das EnerPHit-Wärmedämmsystem für bestehende Massivbauten von Saint-Gobain Isover. Es sieht für die Außenwand ein Wärmedämm-Verbundsystem vor. Für Dach, oberste Geschossdecke und Kellerdecke werden, abhängig von der vorhandenen Konstruktion, jeweils unterschiedliche Dämmlösungen berücksichtigt. Weitere Zertifizierungen sind in Arbeit.

Der EnerPHit-Standard
Das wärmebrückenfreie Konstruieren ist eines der Grundprinzipien bei der Planung von Passivhäusern. Im Altbau lässt sich dieser Grundsatz aber nicht immer durchgehend umsetzen. Meist verbleiben bei der energetischen Modernisierung einige unvermeidbare Wärmebrücken, insbesondere bei den Kellerwänden. Entsprechend liegt der Heizwärmebedarf eines vollständig mit Passivhaus- Komponenten modernisierten Altbaus oft noch etwas über dem eines (Neubau-) Passivhauses. Für solche Gebäude wurde vom Passivhaus Institut (PHI) der EnerPHit-Standard entwickelt, nach dem seit vergangenem Jahr Altbauten, die mit Passivhaus- Komponenten modernisiert wurden, zertifiziert werden können. Eine Voraussetzung ist unter anderem die Entschärfung verbleibender Wärmebrücken – so weit, wie dies wirtschaftlich und baupraktisch möglich ist.