23. April 2012

Baden-Württemberg: Energiesparcheck ausgeweitet

Die vom Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg geförderte Gebäudeenergieberatung „Energiesparcheck“ gibt es nun auch für Wohngebäude mit bis zu acht Wohneinheiten. Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle begrüßte die Aufstockung der Mittel, entspricht dies doch der Forderung des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT), den ESC auch in Zukunft marktstark fortzuführen.

Bis Jahresbeginn waren nur Ein- und Zweifamilienhäuser förderfähig. Der Eigenanteil des Auftraggebers beträgt für die erste Wohneinheit 100 Euro und für jede weitere Wohneinheit 25 Euro. Vom Umweltministerium erhält der Energieberater darüber hinaus einen Zuschuss in der Höhe des Eigenanteils des Auftragsgebers. Insgesamt nimmt das Land 337.000 Euro in die Hand, um die energieeffiziente Gebäudesanierung voranzubringen, die bislang noch weit hinter den gesetzten Zielen zurückbleibt. Erneut forderte Möhrle in diesem Zusammenhang mehr Mut zu neuen Fördermechanismen. Viele kleine Bausteine zur Realisierung der Energiewende seien zwar erfreulich, ließen aber den großen Wurf vermissen. Sie könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Bund und Länder immer noch nicht einig seien über die steuerliche Absetzbarkeit der Gebäudesanierungskosten für Hausbesitzer. Möhrle appellierte an die Landesregierung, alles daranzusetzen, der Verunsicherung von Gebäudeeigentümern und Wirtschaft endlich ein Ende zu setzen: „Das Land ist sowohl im Sinne des Klimaschutzes als auch im Sinne der mittelständischen Wirtschaft in der Pflicht, diese Chance nicht zu verspielen.“

Bei ungebremst weiter kletternden Energiepreisen und steigendem Umweltbewusstsein folgt immer häufiger die Erkenntnis, dass eine umfassende Energiediagnose des Eigenheims der erste Schritt zum Kostensparen ist. Das zeigt die Erfolgsbilanz des vom BWHT gemeinsam mit dem Umweltministerium entwickelten Energiesparchecks. Nach den Erfahrungen des Handwerkstages ist die Akzeptanz sehr groß: Rund 90 Prozent der Hauseigentümer sind mit der Beratungsleistung zufrieden, ebenfalls 90 Prozent setzen mindestens eine der vorgeschlagenen Maßnahmen um. Der ESC ist Teil des Altbaumodernisierungsprogrammes des Landes. Wer einen Gebäudeenergieberater sucht, findet ihn ganz unkompliziert unter der Internetadresse www.energiesparcheck.de. Dort sind nahezu 700 qualifizierte und zum Energiesparcheck zugelassene Berater gelistet, zu denen der umwelt- und kostenbewusste Kunde direkt Kontakt aufnehmen kann.