31. Mai 2012

Deutscher Hochbau: Weiteres Wachstum erwartet

Im vergangenen Jahr ist der deutsche Hochbau mit einer Umsatzsteigerung von 3,4 Prozent einem deutlichen Aufwärtstrend gefolgt. Für 2012 rechnen die OC&C-Experten noch mit einem Hochbauvolumen von knapp 210 Mrd. Euro, was einem soliden Wachstum von 1,6 Prozent entspricht. Für die Jahre 2013 und 2014 prognostiziert die Studie eine weiter abflauende Entwicklung mit einer Zunahme von nur noch 0,7 Prozent bzw. 0,2 Prozent. Die Unternehmensberatung OC&C Strategy Consultants sagt in ihrer aktuellen Hochbau-Prognose für die kommenden Jahre weiteres Wachstum voraus, allerdings auf einem niedrigeren Niveau.

OC&C Strategy Consultants, eine der führenden internationalen Strategieberatungen, sagt in ihrer jährlich erscheinenden Hochbauprognose für die kommenden Jahre ein kontinuierliches, wenn auch nachlassendes Wachstum für den deutschen Hochbausektor vorher. Die Berater gehen in der aktuellen Auflage ihrer Studie für das Jahr 2012 von einem Anstieg des Marktvolumens um 1,6 Prozent aus. Für die folgenden Jahre prognostizieren sie ein schwächeres Wachstum für alle Teilmärkte des Hochbaus – mit lediglich 0,7 Prozent im Jahr 2013.

Für 2014 sehen die OC&C-Experten einen nahezu stagnierenden Markt mit einem leichten Plus von nur 0,2 Prozent. Für 2012 sehen die Berater viel Potenzial vor allem beim Neubau von Geschosswohnungen. Darüber hinaus rechnet OC&C mit einem wachsenden Markt bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie dem Wirtschaftsbau und einem leicht steigenden Renovierungsvolumen. Nur der öffentliche Bau wird nach dem endgültigen Auslaufen der Effekte aus den Konjunkturpaketen und vor dem Hintergrund klammer kommunaler Haushalte deutlich zurückgehen. Mittelfristig wird dann auch die derzeit hohe Nachfrage nach neuem Wohnraum nachlassen. Zudem wird im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine schwächere gesamtwirtschaftliche Entwicklung erwartet, wodurch das Wachstum im Hochbau weiter eingebremst wird.

„Wichtige Indikatoren der Bauwirtschaft sind im Vergleich zum sehr positiven Jahr 2011 weiter angestiegen: Die Auftragseingänge und in der Folge die Auftragsbestände sind erneut gewachsen und auch die Auftragslage im Wohnungsbau als wichtigstem Segment des Hochbaus hat nochmals zugelegt. Trotz der hohen Wachstumsraten im Hochbau zu Beginn des vergangenen Jahres konnte die Bauindustrie den Auftragseingang im Januar und Februar 2012 nochmals um 12 Prozent steigern. Insgesamt wird sich der Hochbau in diesem Jahr gut entwickeln, auch wenn wir erwarten, dass das Wachstum im Laufe des Jahres nachlässt“, erklärt Axel Schäfer, der für den Bausektor verantwortliche OC&C-Partner, die Ergebnisse der Studie.

Steigende Miet- und Kaufpreise fördern Wohnungsneubau
OC&C erwartet in den kommenden Jahren in fast allen Teilmärkten des Hochbaus ein wachsendes Volumen. Aufgrund steigender Miet- und Kaufpreise wird vor allem der Neubau von Geschosswohnungen zulegen. Dies gilt vor allem für Ballungsgebiete, in denen das Wohnungsangebot im Jahr 2011 mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten konnte. Gerade Eigentumswohnungen stellen infolge des Mietpreisanstiegs eine zunehmend interessante Option für Investoren dar. Die erwartete Erhöhung der KfW-Bundeszuschüsse könnte sich ebenfalls vitalisierend auf den Wohnungsbau auswirken.

Mit Blick auf den Nichtwohnungsbau wird sich in Zukunft ausschließlich der Wirtschaftsbau positiv entwickeln. Die OC&C-Analyse geht davon aus, dass die gesamtwirtschaftliche Entwicklung die Nachfrage nach wirtschaftlich genutzten Gebäuden sowie deren Renovierungen begünstigt. Ein Indikator hierfür ist die zuletzt leicht getrübte, aber in Summe noch gute Stimmungslage bei den Unternehmen. Ein stärkeres Wachstum des Nichtwohnungsbaus wird durch den öffentlichen Bau verhindert. Die unterstützenden Effekte der Konjunkturpakete kommen nun nicht mehr zum Tragen und die weiterhin prekäre Finanzlage der öffentlichen Haushalte führt ebenfalls zu Zurückhaltung. Zudem wurden im Rahmen der Konjunkturpakete eingesetzte Mittel teilweise für vorgezogene Bauprojekte verwendet, die nun abgeschlossen sind.

Insgesamt bleibt der Treiber des leichten Wachstums wie schon 2011 der Wohnungsbau, wo OC&C in diesem Jahr im privaten Neubau ein Wachstum von 3 Prozent und im gewerblichen Neubau von 4 Prozent erwartet. Der Neubau im Nichtwohnungsbau wächst moderat mit 1,3 Prozent, wobei allerdings im öffentlichen Neubau ein Rückgang um 1 Prozent erwartet wird. Für das Renovierungssegment, das mit knapp zwei Dritteln des Marktvolumens bedeutender ist als das Neubausegment, prognostiziert OC&C für 2012 ein Wachstum von 1,4 Prozent im Wohnungsbau und 1,1 Prozent im Nichtwohnungsbau. Das Renovierungsvolumen befindet sich bereits auf einem sehr hohen Niveau, so dass insgesamt wenig Raum für einen weiteren Anstieg bleibt. Bei nachlassendem Wachstum erwartet OC&C 2014 eine Stagnation.