27. Juni 2012

Faktor 10 bei der Modernisierung ist möglich

Bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden sind Einsparungen des Endenergieverbrauchs um einen Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar. Diese Maßnahmen bieten optimale Arbeitsbedingungen für Büros, Schulen, Kindergärten, etc. Eindruckvoll wurde dies bei der 48. Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser verdeutlicht.

Noch nie stieß eine Sitzung des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser auf derart großes Interesse - „Einsatz von Passivhaustechnologien bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden“ liegt im Trend. Rund 150 Teilnehmer – viele davon aus der öffentlichen Verwaltung - verfolgten gespannt die Ausführungen der Fachexperten vom Passivhaus Institut Darmstadt und Innsbruck, sowie der Universität Innsbruck am 15. Juni in Darmstadt. Das Thema des Arbeitskreises konnte an Aktualität kaum überboten werden. Am selben Tag wurde in Brüssel nach zähem Ringen die neue EU-Energieeffizienz-Richtlinie beschlossen, die unter anderem vorschreibt, dass künftig 3% des öffentlichen Gebäudebestandes jährlich thermisch saniert werden soll – und zwar mittels einer sogenannten „Deep Renovation“, die eine Energieeinsparung von 80% bewirkt.

Aus den präsentierten umfangreichen Studienergebnissen – u.a. der Verbrauchsauswertung von 25.000 Nichtwohngebäuden von ages GmbH - wurde deutlich, dass gerade bei der Modernisierung von Nichtwohngebäuden Einsparungen des Endenergieverbrauchs um den Faktor 10 wirtschaftlich und technisch machbar sind. Zudem erlauben solche Maßnahmen optimale Arbeitsbedingungen in Büros, an Schulen und auch in Kindergärten. Großvolumige Bauten sollten auf Grund ihres günstigen A/V-Verhältnisses aus wirtschaftlicher Überlegung gleich auf Passivhaus-Standard saniert werden.

Durch die Effizienzsteigerung von Nichtwohngebäuden um den Faktor 10 wird auch die 100%-ige Versorgung mit erneuerbaren Energieträgern möglich, ja sogar eine Abdeckung durch die am Gebäude installierbare PV-Fläche ist in einigen Fällen möglich.