28. Juni 2012

Wohnungsabgänge in NRW um 4,8 Prozent höher als im Vorjahr

Im Jahr 2011 wurden von den nordrhein- westfälischen Bauämtern 5 374 Wohnungen als so genannte Bauabgang (z. B. Abriss oder Umnutzung von Gebäuden) gemeldet, das waren 4,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2010: 5 127 Wohnungen). Seit dem Jahr 2000 hat sich die Zahl der Wohnungsabgänge um 57,5 Prozent erhöht.

Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, handelte es sich bei mehr als der Hälfte der Abgänge im Jahr 2011 um Wohnungen in Mehrfamilienhäusern (2 831; +15,5 Prozent gegenüber 2010). Die Zahl der weggefallenen Wohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern belief sich auf 1 787 (+21,6 Prozent), für gemischt genutzte Gebäude, die überwiegend nicht Wohnzwecken dienen, wurden 648 Wohnungsabgänge (+34,2 Prozent) gemeldet.

Bezieht man die Zahl der Wohnungsabgänge auf den jeweils aktuellen Wohnungsbestand, so ergibt sich im Mittel der Jahre 2002 bis 2011 für Nordrhein-Westfalen eine durchschnittliche "Wohnungsabgangsquote" von 5,8 Abgängen je 10 000 bestehenden Wohnungen. Die höchsten Wohnungsabgangsquoten im Lande weisen die Stadt Münster (13,8), der Kreis Steinfurt (11,6) sowie Köln und der Rhein-Kreis Neuss (jeweils 11,1) auf. Die niedrigsten Quoten errechneten die Statistiker für Solingen (0,6) und Wuppertal (1,1) sowie den Kreis Düren (1,2).

Mit einem Anteil von 98,0 Prozent beziehen sich fast alle Bauabgänge auf Abrisse oder Umnutzungen ganzer Gebäude. In der Statistik der Bauabgänge werden neben Abbrüchen von Gebäuden oder der Zusammenlegung von Wohnungen (z. B. wenn ein Gebäude komplett abgerissen, durch ein neues ersetzt oder umgebaut wird) auch genehmigungspflichtige Nutzungsänderungen (von Wohnen zu Gewerbe und umgekehrt) berücksichtigt. Außerdem fließen schadensbedingte Abgänge (etwa bei Brand, Überschwemmung, Einsturz) sowie bauaufsichtliche Maßnahmen wie Schließungen wegen Einsturzgefahr in die Statistik ein.