06. Juli 2012

Neuregelung: Wann braucht ein Fahrzeug einen Tachographen?

Das Europäische Parlament hat in seiner Sitzung am 3. Juli 1012 eine neue EU-Verordnung zu den Kontrollgeräten im Straßenverkehr beschlossen. Mit der Ausweitung des Ausnahmebereichs für die Tachographenpflicht von derzeit 50 auf 100 km hat das EU-Parlament eine langjährige Forderung des Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) umgesetzt. Da die Ausnahmeregelung ohne jede Gewichtsbeschränkung gelten soll, werden viele baugewerbliche Unternehmen, die schwere Fahrzeuge benötigen, entlastet. Bisher hatte die Ausnahmeregelung nämlich nur für Fahrzeuge bis 7,5 t gegolten. Darüber hinaus sind Fahrzeugen, die im Baustellenverkehr zur Zu- und Ablieferung von Baumaterialien eingesetzt werden, von der Tachgraphenpflicht befreit. Gleiches gilt für den gesamten Straßenbau, wie vom ZDB seit langem gefordert.

"Durch den Beschluss des Europäischen Parlaments werden viele Unternehmen deutlich entlastet. Extrem belastende Bürokratie wird endlich abgebaut!", zeigt sich Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe sehr zufrieden mit diesem Teil der neuen Verordnung.

Gleichzeitig beklagte Pakleppa die völlig überraschende und unerwartete Ausdehnung der Gewichtsbeschränkung von derzeit 3,5 t auf Fahrzeuge ab 2,8 t, die bei Fahrten über einen Radius von 100 km hinaus gilt. „Gerade für die Betriebe des Bau- und Ausbauhandwerks sind Fahrtätigkeiten von untergeordneter Bedeutung. Da die Transporter und Nutzfahrzeuge üblicherweise nur für Fahrten zwischen Baustelle, Betrieb und Materiallager eingesetzt werden, nicht im Fernverkehr mit hauptamtlichen Fahrern, ist der momentane Zeit- und Kostenaufwand für den Tachographen in den baugewerblichen Unternehmen völlig unverhältnismäßig. Die bestehende Regelung bedeutet für sie einen enormen bürokratischen Aufwand, ohne die Verkehrssicherheit zu verbessern.“ Schilderte Pakleppa die Situation.

Der ZDB wird sich nun dafür einsetzen, dass diese Verschärfung der Tachographenpflicht wieder geändert wird, denn noch müssen sich die Verkehrsminister der EU-Mitgliedsländer, die Kommission und das Parlament auf eine gemeinsame Position einigen.