11. Juli 2012

Sparen: Altersvorsorge schlägt Konsum

12-07-11_vpb_k Ausbau und Fassade - Sparen: Altersvorsorge schlägt Konsum
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Das Sparziel „Altersvorsorge“ hat im Sommer 2012 das Sparziel „Konsum/Spätere Anschaffungen“ als Spitzenreiter abgelöst. Auf Platz 3 folgt wie bisher „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“. Das zeigt die zum 45. Mal von TNS Infratest, Bielefeld, im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchgeführte repräsentative Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger. Interviewt wurden dabei über 2.000 Bundesbürger im Alter von 14 Jahren und mehr. Die Umfrage wird drei Mal im Jahr durchgeführt.

 

Mit einem Zuwachs gegenüber der Frühjahrsumfrage 2012 um 11,0 Prozentpunkte auf 64,7 Prozent liegt das Sparziel „Altersvorsorge“ im Sommer 2012 wieder ganz vorne. Auf Platz 2 folgt der bisherige Spitzenreiter „Konsum/Spätere Anschaffungen“. Dieses Sparziel verlor jedoch 3,0 Prozentpunkte und erreicht jetzt nur noch einen Wert von 55,9 Prozent. Drittwichtigstes Sparziel bleibt „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“ mit 51,2 Prozent nach zuvor 50,5 Prozent. Erst mit großem Abstand folgt das Sparziel „Kapitalanlage“, das mit 31,7 Prozent auf dem bisherigen Niveau verharrte.

Gleichzeitig ist die Sparneigung der Bundesbürger gestiegen: Der Anteil der Sparer verzeichnete ein Plus von 4,6 Prozentpunkten auf knapp 49 Prozent. Der Anteil der Nicht-Sparer sank um 4,4 Prozentpunkte auf rund 51 Prozent. „Trotz der Schuldenkrise – und beeinflusst durch vergleichsweise positive Wirtschaftsdaten mit einer niedrigen Arbeitslosigkeit – sehen sich die Bundesbürger derzeit stärker in der Lage, Geld zurückzulegen“, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder. „Gleichwohl mehren sich in ihren Augen die Anzeichen dafür, dass die Zeiten ernster werden.“ Beides spiegle sich in den Sparmotiven wider. „Die Sparer befriedigen jetzt primär ihr Bedürfnis nach Sicherheit im Alter“, so Zehnder.

Ein „gedämpfter Optimismus“ der Bundesbürger zeige sich auch bei der Frage nach dem künftigen Sparverhalten: 8,7 Prozent der Befragten gaben an, mehr sparen zu wollen. Das waren immerhin 1,9 Prozentpunkte mehr als im Frühjahr 2012. Gleichzeitig lag der Anteil der Bundesbürger, die künftig weniger sparen wollen, mit 12,8 Prozent nur um 0,8 Prozentpunkte höher als bei der letzten Umfrage.

Die aktuell leicht gestiegene Sparneigung werde auch beim Sparklima-Index des Verbandes deutlich. Er wird als Saldo aus den Prozent-Anteilen derjenigen, die künftig mehr sparen wollen, und derjenigen, die künftig weniger sparen wollen, berechnet. Er stieg von -5,2 im Frühjahr 2012 auf -4,1 im Sommer.