17. Juli 2012

Die Finanzspritzen der KfW für die energetische Gebäudesanierung in der Übersicht

Ob neue Fenster oder Heizung – energetische Sanierung im Haus und in der Wohnung zahlt sich aus, sowohl für die Umwelt als auch für den eigenen Geldbeutel. Einsparungen bei den Energiekosten von bis zu 80 Prozent sind in der Spitze drin. Doch zuvor bedarf es eigener Investitionen. Wer die oftmals mehreren Zehntausend Euro nicht berappen kann, braucht einen Kredit. "Den gibt es besonders günstig über Förderprogramme des Bundes durch die KfW Förderbank", erklärt die Verbraucherzentrale NRW. Attraktive Zuschüsse bietet die KfW (Kredit-anstalt für Wiederaufbau) aber auch für Eigenfinanzierer. Die Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps, was vor dem Ausfüllen eines Antrags zu beachten ist:
  • Zinsen: Das KfW-Programm "Energieeffizient Sanieren" fördert sowohl einzelne Umbauten als auch die Komplettsanierung. Kredite gibt`s bereits ab einem Effektivzins von einem Prozent, festgeschrie-ben für zehn Jahre. Wer sein Haus nach dem KfW-Effizienzhaus-standard modernisiert, bekommt darüber hinaus noch einen Tilgungszuschuss, der im Falle der höchsten Effizienzklasse bei 12,5 Prozent liegt.
  • Eigenmittel: Aber auch wer die Sanierung vollständig durch Eigenmittel finanziert, kann profitieren. Die KfW kann in diesem Fall einen Zuschuss gewähren. Dieser Zuschuss beträgt bei einer einzelnen Maßnahme 7,5 Prozent und beim KfW-Effizienzhaus 20 Prozent auf die förderfähigen Kosten. Grundsätzlich gilt: Je mehr in die energetische Modernisierung investiert wird, desto höher sind die Zuschüsse.
  • Antragsadressat: Die Beantragung des Förderdarlehens erfolgt nicht direkt bei der KfW, sondern bei der Hausbank oder einem anderen Geldinstitut. Nicht immer sind Banken und Sparkassen von einem solchen Deal begeistert, denn die Vermittlung der Förderprogramme ist für sie weniger lohnenswert als der Verkauf hauseigener Produkte.
  • Knackpunkt: Nicht jede Modernisierung wird gefördert. Die Bedingungen sind teilweise komplex und ändern sich häufig. Hilfe bietet die telefonische Beratung der KfW Förderbank unter der kostenlosen Rufnummer 0800- 5399002. Darüber hinaus gibt es hier Unterstützung bei der Antragsstellung und der Suche nach einem geeigneten Sachverständigen. Zudem lässt sich an der Hotline der aktuelle Stand des Antrages erfragen.
  • Finanzierungsalternativen: Gibt es keinen Anspruch auf Förderung, bleibt für Sanierwillige die Möglichkeit, auf spezielle Angebote von Banken, Sparkassen und anderen Finanzdienstleistern zurückzugreifen. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW ergab jedoch, dass die Effektivzinsen stark variieren und nicht mit denen der KfW Förderbank mithalten können. So kostete ein Kredit von 30.000 Euro ohne Grundschuldeintragung effektiv zwischen 3,44 Prozent und 7,99 Prozent. Im Schnitt zwei Prozent günstiger waren dagegen die Offerten, die den Kredit im Grundbuch absichern wollten. Der Weg übers Grundbuch ist meist lohnenswert, da nur relativ geringe Kosten dafür anfallen.
  • Sachkundigen Rat zu passenden Förderprogrammen für eine energetische Gebäudesanierung gibt’s bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW unter www.vz-nrw.de/energieberatung oder in den örtlichen Beratungsstellen. Als sinnvolle Ergänzung wird zudem eine Prüfung des individuellen Finanzierungskonzeptes bei Erwerb oder Modernisierung einer Immobilie angeboten. Weitere Infos unter www.vz-nrw.de/baufinanzierungsberatung.