Um bestimmte Trockenbau-Konstruktionen im Brandschutz aus verschiedenen Komponenten frei erstellen zu können, wurde es notwendig, dazu allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnisse zu beantragen, damit Standardkonstruktionen weiterhin machbar bleiben. Foto: Tesla/Bösl & Eck Architekten Köln

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Im vergangenen Sommer wurde zwischen dem ZDB und dem Verein WIR für Ausbau und Trockenbau e.V. eine Nutzungsvereinbarung umgesetzt, nach der es den Mitgliedsbetrieben des Bundesverbandes Ausbau und Fassade nunmehr möglich ist, die in den beiden betreffenden allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfungszeugnissen dargestellten Bauarten nunmehr exklusiv zu nutzen. Im allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfungszeugnis P-SAC02/III-938 werden Trockenbauwände in der Brandschutzklasse F90 dargestellt, das allgemeine bauaufsichtliche Prüfungszeugnis P-SAC02/III-946 behandelt Abhangdecken in der Brandschutzklasse F90 bei einseitiger Brandbeanspruchung von der Deckenunterseite oder in Verbindung mit Rohdecken der Bauart I bis IV. Es stellt sich die Frage, was an diesen Prüfungszeugnissen neu ist und wie sie anzuwenden sind. Hierfür hilft zunächst eine Sicht auf das, was bisher alles möglich war. Trockenbauwände in der Brandschutzklasse F90-A nach DIN 4102 konnten auch bisher „herstellerfrei“, also als sogenanntes offenes System gebaut werden. In der DIN 4102-4 sind derartige Wände schon immer enthalten – es gab nur ein kleines Hindernis: es waren Dämmstoffe mit bestimmten Rohdichten erforderlich. Daneben gibt es bereits seit Längerem die sogenannten „halboffenen“ Systeme der Hersteller oder Baustoffhändler (z.B. Siniat, Baustoff & Metall), bei denen lediglich die Profile oder die Gipsplatten des Inhabers des Prüfungszeugnisses verwendet werden müssen. Das jetzt verfügbare neue Prüfungszeugnis liefert daher eine weitere Möglichkeit, F90-Trockenbauwände herstellerunabhängig bzw. nicht als Systemkonstruktion eines Herstellers zu montieren; nicht mehr, aber auch nicht weniger. Abhangdecken zur brandschutztechnischen Ertüchtigung vorhandener Rohdecken der Bauart I bis IV sind ebenfalls schon immer in der DIN 4102-4 in verschiedenen Ausführungen gelistet, neu ist jetzt, dass mit dem nun vorliegenden Prüfungszeugnis auch eine eigenständig von unten F90 klassifizierte Abhangdecke herstellerunabhängig gebaut werden kann. Allgemeine bauaufsichtliche Prüfungszeugnisse sind baurechtlich relevante Verwendbarkeitsnachweise, die vom Anwender, also Ihnen als Fachunternehmer, konsequent und bis ins letzte Detail umzusetzen sind. In Einzelfällen können sogenannte „geringfügige Abweichungen“ durch den Inhaber des Prüfungszeugnisses legitimiert werden. Ob eine Abweichung aber „geringfügig“ oder eben nicht ist, kann jedoch nur der Inhaber entscheiden. Von daher ist ein solcher Umstand vor der Montage mit dem Inhaber abzustimmen und eine entsprechende schriftliche Bestätigung von dort erforderlich.
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