01. Januar 2016

Richtig vorbereiten

Boden_Knauf_3 Ausbau und Fassade - Richtig vorbereiten

Nivelliermassen können helfen, wenn der Untergrund schnell und in geringen Dicken ausgeglichen werden soll. Das ist besonders bei
Sanierungen, Renovierungen oder Modernisierungen der Fall. Tipps zur Vorbereitung des Untergrunds.

Besonders wichtig ist die richtige Beurteilung und Vorbereitung des Untergrundes. Er muss fest, trocken und sauber sein. Er darf den Nivelliermaterialien das Wasser nicht entziehen und es muss ein guter Haftverbund erreicht werden. Hierfür ist der Untergrund mit dem richtigen Vorstrich zu behandeln. Ein sorgfältiges Grundieren mit Bodenstreicher oder Malerrolle ist Voraussetzung für einen erfolgreichen Ausgleich. Um spätere Schäden zu vermeiden, sollten die Arbeiten von entsprechend eingewiesenen und verantwortungsbewuss­ten Personen ausgeführt werden.

Saugfähige Untergründe
Saugfähige Untergründe werden mit Dispersionsgrundierung, wie zum Beispiel Knauf Estrichgrund, vorgestrichen. Für weitere Arbeiten muss die Grundierung getrocknet sein. Das kann zwölf bis 24 Stunden benötigen. Wenn es schneller gehen muss, kann Knauf Schnellgrund gewählt werden, der bereits nach zwei Stunden trocken ist. Bei stark saugendem Untergrund, wie zum Beispiel Ziegeldecken, muss zweimal grundiert werden. Dies kann mit Knauf Schnellgrund am selben Tag erfolgen.
Werden saugfähige Untergründe nicht oder nicht richtig grundiert, brennen Nivelliermassen auf. Dabei wird das Wasser, welches für die Fließfähigkeit und zum Abbinden benötigt wird, teilweise vom Untergrund weggesaugt. Es können Löcher, Risse und Unebenheiten in der Nivelliermasse entstehen.

Nicht saugfähige Untergründe
Nicht saugfähige Untergründe, wie zum Beispiel Fliesenbeläge, benötigen spezielle Vorstrichsysteme. Bei normaler Beanspruchung kann als Dispersion Knauf Spezialhaftgrund verwendet werden. Für höhere Beanspruchung, wie zum Beispiel Fahrbeanspruchung, sollten Kunstharzvorstriche wie Knauf FE-
Imprägnierung eingesetzt werden. Das Gleiche gilt für Mischuntergründe mit festhaftenden Klebstoffresten.
Wird auf eine Grundierung verzichtet, sind Ablösungen der Nivelliermasse zu erwarten.

Holzuntergründe
Holzuntergründe (Spanplatten, gespundene Bretter) werden mit Knauf Spezial­haftgrund grundiert. Kleinere Fugen werden vorher mit Knauf Acryl, größere Fugen mit Knauf Universalspachtel schnell (angemischt mit Knauf Kleber und Bodenelast) geschlossen. Das Ausgleichen erfolgt mit Knauf Fließspachtel Faserflex.

Erdreichberührte Betonplatte
Bei erdreichberührten Bauteilen ist mindestens mit Bodenfeuchtigkeit nach DIN 18195-4 zu rechnen. Eventuell erforderliche abdichtende Maßnahmen sind vom Planer vorzusehen. Nivelliermassen können nicht auf gängigen Abdichtungen aufgebracht werden, da entsprechende Abdichtungsbahnen und -folien keinen Verbund zulassen. Ist eine Abdichtung erforderlich, kann mit Hilfe der Knauf FE-Abdichtung eine Abdichtung eingesetzt werden, die gleichzeitig eine vollwertige Haftbrücke zwischen Estrich und Betonuntergrund darstellt (»Flüssigfolie«). Die Verbund­abdichtung ist keine Abdichtung nach Norm und ist deshalb mit dem Auftraggeber vertraglich abzustimmen.

Besondere Untergründe
Gussasphaltestriche sind plastisch verformbar und können deshalb bei Beschichtungen mit starren Massen prob­lematisch werden. Bei sichtbaren plastischen Verformungen und bei eventuell geplanten höheren Belastungen (zum Beispiel Fahrverkehr) sollte keine Beschichtung mit Nivelliermassen erfolgen. Ansonsten ist ein Auftrag nur möglich bei hohen Härten (IC 10, IC 15) unter besonderer Berücksichtigung der späteren Nutzung (nur geringe Belas­tung).
Magnesiaestriche (zum Beispiel Steinholzestriche) sind nicht feuchtebeständig und besitzen einen hohen freien Chloridgehalt (korrosiv auf Metall). Nutzschichten aus Magnesiaestrich sind meist gewachst und geölt. Diese Schichten sind vor dem Grundieren zu entfernen. Es sind absperrende Haftbrücken einzusetzen, wie Knauf FE-Imprägnierung. Besteht die Gefahr von aufsteigender Feuchte und ist unter dem Magnesiaestrich keine Feuchtesperre vorhanden, ist eine Sanierung mit den hier genannten Methoden nicht möglich.

Neuer Oberbelag
Den Abschluss des Bodens bildet der Belag. In Verfolgung des Systemgedankens bietet sich zur Verlegung ein besonders raffinierter Belag an: »Knauf One Pro«. Dieser Belag wird lose auf den nivellierten Boden verlegt und die einzelnen Elemente werden miteinander über eine besondere Fugenausbildung verbunden. Der Belag besitzt eine Optik wie ein Naturstein in großem Format (60 cm x 120 cm), bietet aber einen deutlich besseren Gehkomfort durch die unterseitige Korkbeschichtung. Der Belag wird wie Laminat oder schwimmendes Parkett nicht mit dem Untergrund verklebt, hat aber beim Begehen nicht den typischen Klang eines hohl liegenden Bodens und besitzt eine strapazierfähigere Oberfläche. Er ist schnell verlegt und kann einfach wieder entfernt oder ausgebessert werden.
Einsatzbereiche für Knauf One Pro sind zum Beispiel Büros, Ladenlokale, aber auch private Wohnungen.
So kann eine Fläche mit einem optisch ansprechenden Design und hohem Gehkomfort schnell nutzbar gemacht werden. Dies sind Arbeiten, die vom Handwerk aus einer Hand angeboten werden können: vom Estrich zum Belag.

Andres Seifert, Leiter Marktmanagement Bodensysteme bei der Knauf Gips KG

Abbildungen: Knauf                                                                                                           Ausgabe: 3/2013

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