01. Januar 2016

Trockenbau in Hochform

Protektor_3 Ausbau und Fassade - Trockenbau in Hochform

Eine ganz besondere Decke ziert die Aula des Paulsen-Gymnasiums in Berlin-Steglitz. Ein kreatives Lichtkonzept verbindet sich mit Schall- und Brandschutzkonstruktionen zu einer architektonisch überzeugenden Gesamtlösung.

Sie spielt die zentrale Rolle bei der ­Sanierung von repräsentativen Räumen: die Decke. Sie zieht die Blicke auf sich, übernimmt bauphysikalische Aufgaben und prägt mit ihren Strukturen und ­Beleuchtungskörpern die gesamte Ästhetik des Raumes.
Eine besonders gelungene Decke haben die Architekten von Kersten und Kopp für die Aula des Paulsen-Gymnasiums in Berlin-Steglitz entworfen. Sie verbanden ein kreatives Lichtkonzept mit Schall- und Brandschutzkonstruktionen zu einer architektonisch überzeugenden Gesamtlösung, die durch den Einsatz von Weitspannträgern von Protektor ­ermöglicht wurde.

Historische Dachkonstruktion
Die Leichtigkeit des Gesamtentwurfs überzeugte bei der Gestaltung. Doch spielten bei diesem Entwurf nicht nur ästhetische Gesichtspunkte eine Rolle. Denn das Paulsen-Gymnasium befindet sich in einem historischen Bau von 1907, dessen Bausubstanz die wechselvolle, deutsche Geschichte wider­spiegelt. Die Aula der Schule liegt im Dachgeschoss des Gebäudes, das an sich schon baugeschichtlich hoch inte­ressant ist.
Als tragende Dachkonstruktion kamen hier nämlich sogenannte »Polonceau-Träger« aus Eisen zum Einsatz, die heute nur noch in wenigen ­Gebäuden zu ­finden sind.
Nach schweren Kriegsschäden mussten das Dach und die darunterliegende Aula in den 1950er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts saniert werden. Den ­Ansprüchen der heutigen Zeit wurde der Raum mit seiner fest montierten ­Bestuhlung schon lange nicht mehr ­gerecht.

Sensibler Umgang mit Geschichte
Nach der Sanierung ist nun ein moderner Multifunktionsaal entstanden, der flexibel für Feste, Klausuren oder ­Theaterveranstaltungen genutzt werden kann. Dabei berücksichtigten die Planer von Kersten und Kopp Architekten auch die Belange des Denkmalschutzes und brachten viele Aspekte der historischen Saalgestaltung wieder zum Vorschein. So rekonstruierten sie die Fenster ­gegenüber der Bühne, die früher zugemauert worden waren und heute im Bedarfsfall durch schwere Vorhänge verdunkelt werden können. Trotz des sensiblen Umgangs mit der Geschichte erlaubte die zuständige Behörde auch deutliche Eingriffe.
Durch den Rückbau der festen Bestuhlung wurde der Saal endlich multifunktional nutzbar. Die entscheidende ­Änderung war sicherlich der Einbau der modernen Decke in den vorher nach oben offenen Raum. Sie wurde mit ­einer deutlichen Schattenfuge von der historischen Bausubstanz getrennt. Von der Raumseite sichtbar ist jetzt die ­inspirierende Deckengestaltung mit flächenbündig eingebauten Lichtinseln. Die gute Raumakustik ist im Raum spürbar, sie wurde überwiegend durch die Verwendung von unregelmäßig ­gelochten GK-Platten im Deckenbereich erreicht. Unsichtbar bleibt die tech­nische Leistung, die in diesem Deckenaufbau steckt. Denn hierbei handelt es sich um eine doppelte Deckenkonstruktion mit Brandschutzanforderungen und Anforderungen an die Raumakustik ­sowie eine Montage unter statisch schwierigen Bedingungen.

Runde Lichtinseln als Blickfang
Aus statischen Gründen konnten nur wenige Punkte der Dachkonstruktion zur Abhängung der neuen Decke verwendet werden: die Knotenpunkte der Polonceau-Träger, von denen ein Stahlrahmen abgehängt wurde. Daran ­wurden Weitspannträger UA 125-20 von Protektor im Abstand von 45 cm befestigt, die den gesamten Deckenaufbau tragen. Eine erste Beplankung von 2 x 20 mm GKF, direkt an den Weitspannträgern befestigt, stellt den Brandschutz von F 90 sicher. So war die grundlegende Konstruktion erstellt, an der nun die sichtbare, ästhetisch gestaltete Deckenkonstruktion angebracht werden konnte.
Das Highlight der Decke bilden die locker angeordneten, runden Lichtinseln in unterschiedlicher Größe. Dazu ­wurden die formbaren Protektor-RS-Profile direkt mit der Beplankung verschraubt. Fünfundzwanzig Zentimeter hohe Ringe aus Gipskarton wurden ­daran befestigt und bilden den Rahmen für die Beleuchtung, abgeschlossen durch weiße Spanndecken-Folie.
So zeigt diese Decken-Konstruktion die ganze Bandbreite des Trockenbaus: die statischen Möglichkeiten, die bauphysikalischen Stärken und nicht zuletzt die zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten, professionell umgesetzt mit Protektor-Profilen. Die Decke im Paulsen-Gymnasium ist definitiv Trockenbau in Hochform.

Abbildungen: Kersten und Kopp Architekten, 2-4: Gallandi                                                                           Ausgabe: 3/2012

  1. Protektor_1 Ausbau und Fassade - Trockenbau in Hochform
  2. Protektor_2 Ausbau und Fassade - Trockenbau in Hochform
  3. Protektor_3 Ausbau und Fassade - Trockenbau in Hochform
  4. Protektor_4 Ausbau und Fassade - Trockenbau in Hochform