02. September 2016

Neues Wohnen in der Stadt

Knauf_1_500px Ausbau und Fassade - Neues Wohnen in der Stadt

In vielen Städten wird Wohnraum händeringend gesucht, während Gewerbeobjekte leer stehen. Umnutzungen bieten sich geradezu an. Trockenbaukonstruktionen sind hierfür ideal. Schnelle Bauzeiten, geringes Gewicht und schlanke Wandquerschnitte überzeugen ebenso wie hoher Schall- und Brandschutz und Robustheit. Ein aktuelles Beispiel aus München.

Leer stehende Gewerbeobjekte, aber zu wenig Wohnraum: Diese Konstellation ist eine Herausforderung, der sich viele Ballungsräume zu stellen haben. Allein in Frankfurt betrug die Leerstandsrate im Büroflächenmarkt in den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 nach Angaben des Maklerhauses Savills 11,6 Prozent, in Düsseldorf 10,8 Prozent, in Hamburg 6,9 Prozent und in München sechs Prozent. Rund 1 305 000 Quadratmeter Bürofläche sind laut Colliers International in der bayerischen Metropole kurzfristig verfügbar. Viele davon stammen noch aus den 1960er und 1970er-Jahren. Potenzielle Mieter verschmähen solche
veralteten Büroanlagen zugunsten moderner Alternativen. Schließlich haben letztere neben zeitgemäßer Dämm-, Lüftungs- und Heiztechnik auch eine angesagte Optik sowie auf heutige Arbeitsbedürfnisse abgestimmte Grundrisse
zu bieten – alles Eigenschaften, mit denen die Bestandsbauten in der Regel nicht aufwarten können. Sie können daher häufig nicht mehr oder nur noch zu Niedrigstpreisen belegt werden, während sich eine Vielzahl von Wohnungs suchenden gleichzeitig um viel zu
wenige Wohnungen bewirbt.

Entkernung? Ja bitte!
In dieser Situation haben Investoren in Frankfurt, München, Hamburg und Stuttgart begonnen, Büro- und Gewerbebauten
in Wohnhäuser zu verwandeln, um ihnen so ein zweites Leben zu ermöglichen. Was dafür zu tun ist? »Das ist
unterschiedlich«, verrät Ralf Tapphorn, Projektleiter der Isaria Wohnbau AG. Manchmal seien nur interne Veränderungen
nötig. Doch häufig müsse die Fassade erneuert, die Haustechnik modernisiert und das Gebäude komplett
entkernt werden, um es im Anschluss wieder neu aufzubauen. Die Kosten für eine solche Baumaßnahme seien enorm, räumt Tapphorn ein. »Doch eine Kernsanierung und Entkernung sind meist immer noch günstiger als komplett neu zu bauen, da zum Beispiel Abrisskosten
und Entsorgung entfallen.« So auch beim Projekt Vogelweidestraße 5 in München, dem ehemaligen
Sitz einer Reiseversicherung. Die Living Bogenhausen GmbH, ein Unternehmen der Isaria Wohnbau AG, erwarb den
1970er-Jahre-Komplex nach dem Auszug des letzten Mieters. In einer Bauzeit von nur einem Jahr wurde das Gebäude in
ein Wohnhaus mit 167 Eigentumswohnungen umgewandelt. 21 davon sind Zwei-Zimmer-Einheiten, der Rest Appartements.
Zu Preisen von rund 7000 Euro pro Quadrat meter sicherten sich Münchner Singles und unter der Woche hier
arbeitende Geschäftsleute aus anderen Städten in dem Restrukturierungsprojekt ein neues Zuhause für den Eigenbedarf.
Eltern kauften für ihre in der Stadt studierenden Kinder. Und Kapitalanleger entschieden sich für das Objekt, um die
Wohnungen in bester Lage in Zukunft weiterzuvermieten. Kleine Wohnungen wie die in der Vogelweidestraße sind
dafür ideal, da die Nachfrage nach dieser Kategorie von Mietern am größten ist. »Im Preis inbegriffen ist in der Vogelweidestraße nicht nur der Wohnraum, sondern auch die komplette Möblierung «, erklärt Tapphorn. Eine Einbauküche ist ebenso vorhanden wie eine
Schlafcouch sowie Tische, Stühle und Sideboard. Frei nach dem Motto: Kaufen, einziehen, fertig. Schneller und bequemer
geht es kaum.

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