Fehler bei der Innendämmung – und wie man sie vermeidet

Anbringen der Dämmplatten „Kante an Kante“ zur Vermeidung von Wärmebrücken. Foto: Arnold Drewer

Anzeige

Innendämmungen gelten in der Regel als letzte Option zur Dämmung der Gebäudehülle und kommen dann zum Einsatz, wenn Kern- oder Außendämmungen nicht möglich sind. Zwar werden Innendämmungen schon seit mehr als 100 Jahren erfolgreich eingesetzt und somit länger als Wärmedämmverbundsysteme und Vorhangfassaden, jedoch bleibt eine große Skepsis an der Zuverlässigkeit dieser Maßnahme.  Befürchtet werden Bauschäden, die sich durch eine sorgfältige Planung und Umsetzung jedoch vermeiden lassen.
 
Feuchtigkeitsprobleme durch Tauwasserproblematik …
Die größte Sorge bei Innendämmungen sind Feuchtigkeitsprobleme, auch beschrieben durch die Tauwasserproblematik. Generell ist ein Eintrag von Feuchtigkeit in die Außenwand von außen oder innen nicht vermeidbar und stellt auch meist kein Problem dar. Ohne Dämmung kann die Feuchtigkeit in beide Richtungen (nach innen und außen) austrocknen. Eine Innendämmung kann jedoch den Trocknungsverlauf gravierend beeinflussen:
  • Durch eine Innendämmung wird die Temperatur der Außenwand abgesenkt (außer im Sommer). Dadurch sinkt die Temperatur zwischen Außenwand und Innendämmung im Winter unter den Taupunkt der Raumluft. Materialabhängig diffundiert die Feuchtigkeit aus der Raumluft durch den Dämmstoff und kondensiert an der Grenzschicht zwischen Dämmstoff und Außenwand.
  • Materialabhängig reduzieren oder behindern Innendämmungen eine Austrocknung der angesammelten Feuchtigkeit Richtung Innenraum.
  • Zugleich wird durch die Temperaturabsenkung in der Außenwand die Trocknung nach außen zusätzlich verlangsamt.
Folgen sind Feuchtigkeitsansammlungen, resultierend in Schimmelbildung. Jedoch wird die Tauwasserproblematik durch bestimmte Faktoren begünstigt und kann entsprechend vermieden werden:
 
… begünstigt durch den falschen Dämmstoff
Während die Absenkung der Temperatur der Außenwand eine Folge einer wirkungsvollen Innendämmung ist und daher nicht vom Dämmmaterial, sondern vom erreichten Dämmwert abhängt, wird der Feuchtigkeitstransport zwischen der Grenzschicht Dämmstoff/Außenwand und Innenraum in beide Richtungen durch die Wahl des Dämmstoffes bzw. des Innendämmsystems bestimmt. Relevant sind in diesem Zusammenhang die Eigenschaften Kapillaraktivität und Diffusionsverhalten:
 
  1. Kapillaraktive, diffusionsoffene Innendämmsysteme (Holzweichfaser, Multipor, Hanf, Zellulose): Diese Materialien können evtl. anfallendes Tauwasser kapillar aufnehmen, großflächig verteilen und in den Innenraum abgeben. Ein Transport der Feuchtigkeit in beide Richtungen ist gewährleistet. Daher ist keine Dampfbremse erforderlich. Diese Variante gilt insgesamt als unproblematisch.
  2. Nicht kapillaraktive, diffusionsoffene Dämmstoffe (z. B. Polystyrol, Mineralwolle): Wasserdampf kann aus dem Innenraum hinter den Dämmstoff gelangen, dort kondensieren und aufgrund der hydrophoben Eigenschaften der Dämmstoffe nicht Richtung Innenraum transportiert werden. Daher muss raumseitig eine moderate Dampfbremse aufgebracht werden. Beachtet werden muss dabei, dass die Dampfbremse nicht beschädigt werden darf (beispielsweise durch Nägel, Schrauben etc.) 
  3. Nicht kapillaraktive, nicht diffusionsoffene Dämmstoffe (z. B. Vakuumdämmplatten): Theoretisch wird der Feuchtigkeitstransport zwischen Innenluft und Außenwand in beide Richtungen vollständig unterbunden. Dies macht jedoch eine einwandfreie Verlegung erforderlich.
    Sie besitzen ein Printabonnement, oder sind bereits registriert? Jetzt einloggen!
    Lesen Sie jetzt den kompletten Artikel.
    Angebot auswählen und sofort weiterlesen.
    Oder direkt ein Printabonnement?
    1 Jahr Ausbau+Fassade für nur 151,00 € inkl. Mwst. und Versand.
    Fordern Sie jetzt gleich Ihr Printabonnement an. Zum Formular
    Sie besitzen ein Printabonnement, oder sind bereits registriert? Jetzt einloggen!
    Sind Sie bereits Abonnent und haben Ihre Zugansdaten vergessen?
    Fordern Sie jetzt gleich Ihre Zugansdaten an. Zum Formular