08. März 2017

Staub auf Baustellen

Abgesaugte Maschine, Bau-Entstauber und Luftreiniger

Die Gewerke der Bauwirtschaft verwenden gerne das abgewandelte Sprichwort »Wo gebaut wird, da entsteht Staub«. Leider wird damit unterschwellig suggeriert: Stäube gehören zum Alltag der Bauwirtschaft unabdingbar dazu und sind zwangsläufig mit vielen Tätigkeiten ­verbunden.

So kommt es, dass vermeidbare Belastungen für die Gesundheit nicht als solche wahrgenommen werden. Doch Staub ist nicht nur lästig, sondern auch fein und gemein.

Staub ist zunächst einmal eine Verteilung fester Schwebstoffe in der Luft, entstanden durch ­mechanische Prozesse oder durch Aufwirbelung. Die Staubteilchen in der Luft besitzen unterschiedliche Größen. Unterschieden wird die gröbere einatembare (E-Staub) und die feinere alveolengängige (A-Staub) Staubfraktion. Einatembar ist derjenige Anteil von Stäuben im Atembereich, der über die Atemwege aufgenommen werden kann. Alveolengängig ist derjenige Anteil von atembaren Stäuben, der die tiefsten Bereiche der Lunge die Alveolen und Brochiolen erreichen kann.

Basiswissen zu Staub

Abhängig von ihrer Größe und dem spezifischen ­Gewicht verbleiben die freigesetzten oder aufgewirbelten Staubteilchen unterschiedlich lange in der Luft. Die gröberen Anteile des E-Staubes sinken innerhalb weniger Sekunden bis Minuten zu Boden. Gerade die feinen und dadurch alveolengängige Anteile im Staub bleiben aber fatalerweise über Stunden in der Schwebe und ­belasten fortwährend die Atemluft. Für unser Auge sind diese Partikel mit einer Größe von unter 10 µm dabei gar nicht sichtbar. Selten, zum Beispiel bei Streulichteinfall, können diese Staubteilchen in der Luft wahrgenommen werden.

Der Schein – die Luft ist rein – kann daher täuschen. Wir nehmen die vorhandene Belastung der Atemluft durch A-Staub optisch nur nicht wahr. Wer dieses ­Prinzip verinnerlicht hat, erkennt, dass jeder Liegestaub eine potenzielle Quelle von Belastungen der Gesundheit darstellt. Wer aber jetzt den Besen in die Hand nimmt und trocken kehrt, macht alles nur noch viel, viel ­schlimmer. Feinste Staubpartikel werden aufgewirbelt und belasten die Atemluft über Stunden. Und das, obwohl gar keine staubenden Arbeiten durchgeführt ­wurden.

STOP-Prinzip anwenden

Bei den üblichen beim Bauen anfallenden Stäuben handelt es sich in der Regel um Mischstäube. Diese Mischstäube enthalten unterschiedliche Anteile verschiedener Arten von Stäuben wie Gips-, Zement-, Holz-, Quarz- oder Faserstäube. Meist überwiegen auf Baustellen ­mineralische Mischstäube, die immer auch Anteile an Quarzstaub enthalten.

Die schädigende Wirkung von Stäuben – besonders von Quarzstäuben – auf die Gesundheit ist seit langem ­bekannt. Die Silikose oder Quarzstaublunge wird als ­Berufserkrankung seit 1929 anerkannt. Seit dem Jahr 2002 sind Quarzstäube zudem als krebserzeugend ­bewertet worden und Lungenkrebs durch Quarz wurde im gleichen Jahr als Berufskrankheit eingeführt.

Zum Schutz der Beschäftigten sind daher beim Auftreten von Stäuben wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Nach dem STOP-Prinzip (Substitution, Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen und Persön­liche Schutzausrüstung) ist hierbei die Rangfolge der Maßnahmen verbindlich einzuhalten. Atemschutz darf nur als letztes Mittel nach Ausschöpfung aller anderen Maßnahmen zum Einsatz kommen.

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