01. Januar 2016

Kombi für Wand und Boden

Viega_4 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden

Flächentemperiersysteme sind in der Wärmeverteilung heute der anerkannte Stand der Technik. Wie keine andere Lösung vereinen sie Energieeffizienz mit Komfort und Wirtschaft-lichkeit. Dies gilt noch mehr, wenn Fußboden- und Wandsysteme kombiniert werden.

Spätestens seit dem Siegeszug der ­regenerativen Wärmeerzeuger (wie Wärmepumpen) beziehungsweise der Wärmeerzeuger mit regenerativer ­Unterstützung (wie Gas-Brennwert-­Anlagen plus Solarthermie) gehören Flächenheizungen zur Standardaus­stattung von Neubauten. Gleiches gilt in aller Regel, wenn die Wärmeverteilung im Altbau saniert werden muss: Sobald der Heizwärmebedarf aufgrund entsprechend gedämmter Bauweise dem Niedrigenergiehaus-Standard entspricht, können die Flächenheizungen aufgrund ihrer geringen Vorlauftemperatur – statt 75/70 °C zum Bei-spiel nur 35/30 °C VL/RL – zusätzlich zur spürbaren Einsparung von Primär-energie beitragen. Etwa weitere sechs Prozent Heizenergie werden eingespart, weil die Raumtemperatur aufgrund der gleichzeitig als wohlig empfundenen Strahlungswärme um 1 bis 2 K niedriger liegen kann als bei Heizkörpern mit Konventionswärme. Hinzu kommt bei entsprechender Auslegung die mögliche Doppelfunktion aus Heizen und Kühlen: Über die Erdsonden einer Wärmepumpe mit reversibler Funktion lässt sich im Sommer bei entsprechend niedriger Vorlauftemperatur die Raum-temperatur von den Nutzern unbemerkt, weil ohne Zugerscheinungen, um etwa 2 bis 4 Kelvin absenken.

Breites Nutzenspektrum
Dass diese Energie- und Komfortmerkmale bislang überwiegend in Form der klassischen »Fußbodenheizungen« genutzt werden, hat wohl überwiegend historische Gründe – im Vergleich zur Wand- oder Deckenheizung war sie einfach zuerst da. Der »gewachsene Gewöhnungseffekt« verblasst aber speziell zugunsten kombinierter Boden-/ Wandheizungen immer mehr, denn
• in kleinen Bädern von Ein- oder Zweifamilienhäusern reicht die Bodenfläche allein zur Deckung der Heizlast über eine Flächenheizung oftmals nicht aus; die Bewohner wollen aber den ­energiesparenden Komfort einer Flächenheizung.
• vor allem in Neubauten sind Wärmeerzeuger installiert, die nur noch niedrige Vorlauftemperaturen zur Verfügung stellen; eine andere Form der Wärmeverteilung wäre also energetisch kontraproduktiv.
• in Kinderzimmern kann das Prinzip »warm spielen/kühl schlafen« durch die einfache Wärmeverteilung erreicht werden: Fußbodenheizung für die Grundlast, »flink« regelnde – und separat abschaltbare – Wandheizung für das temporäre Aufheizen; gleichzeitig bietet die Installation einer Flächenheizung mehr Gestaltungsmöglichkeiten, weil keine Wand im Raum durch einen Radiator »blockiert« ist.

Direkt auf die Wand
Ob die wassergeführten Wandheizungen dabei im Nass- oder im Trockenbau ausgeführt werden, hängt von den individuellen Rahmenbedingungen ab. Ähnlich den Boden-Ausführungen können Systeme wie »Fonterra Side« von Viega zum Beispiel wahlweise mit Klemmschienen direkt auf der Wand (»Fonterra Side 12 Clip«) oder im Trockenbau integriert in eine werksseitig vorkonfektio­nierte Gipsfaserplatte (»Fonterra Side 12«) montiert werden. Dass die Zu-wachs­raten aktuell aber deutlich zugunsten der Trockenbau-Lösung ausfallen, hat vor allem zwei Ursachen:
• Gerade im Neubau-Geschäft ist gene-rell ein Trend hin zum Trockenausbau festzustellen. Bei der zusätzlichen Wandheizung müssen also prinzipiell nur die ohnehin vorgesehenen Verkleidungsplatten durch die »Fonterra Side 12«-Elemente ersetzt werden. Das ­reduziert die Baukosten beträchtlich.
• Der Zeitaufwand im Trockenbau bis zur Nutzung ist durch den Wegfall der Trocknungszeiten geringer; außerdem wird keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Raum eingebracht.
Auf der anderen Seite gilt jedoch ebenso: Wandheizungen sorgen in Kombi­nation mit Lehmputz für ein besonders angenehmes Raumklima. Sie sind also ideal für stilvoll verputzte Wände oder für Sanierungen.

Durch Physik geringere Kosten
Unabhängig von der Bauweise ist die Wandheizung auf jeden Fall auch aus bautechnischen Gründen kostengünstiger als die jeweilige Boden-Ausführung. Denn während die entweder im Estrich oder – zum Beispiel als System »Fonterra Reno« – in einem entsprechenden Aufbau aus Systemelement, Ausbauplatte beziehungsweise Vergussmasse und Belag heizt, sind die (Trockenbau-) Wandheizungen oberflächennäher. Außerdem können sie mit höheren Oberflächentemperaturen gefahren werden, da auf die maximalen Oberflächentemperaturen von 29 °C im Aufenthalts- und 35 °C im Randbereich (Bad: 33 °C) gemäß DIN EN 1264 keine Rücksicht genommen werden muss.
Als Faustregel kann hier gelten: Bezogen auf die Fläche lässt sich an der Wand mit einer nur halb so großen Heizfläche die gleiche Heizleistung erzielen wie auf dem Boden. Oder umgekehrt: Bei gleicher Fläche kann die Vorlauftemperatur ohne Einbußen in der Wärmeleistung energiesparend nochmals deutlich zurückgefahren ­werden.

Technische Umsetzung
Die technische Umsetzung, also der ­hydraulische Zusammenschluss von Fußboden- und Wandheizung zu einem komfortablen Gesamtsystem, ist nicht minder effizient: Ausgehend von einer wie gewohnt ausgelegten Flächentemperierung im Fußboden werden der oder die Wand-Heizkreise genauso an den Fonterra Heizkreisverteiler angebunden wie alle anderen auch. Die Regelung kann dann wie üblich beispielsweise über einen Raumthermostaten erfolgen.
Wird im Rahmen einer Sanierung lediglich eine Etage oder ein Wohnbereich mit einer kombinierten Boden-/ Wand-Flächenheizung ausgestattet und ansonsten die Wärmeverteilung mit ­hohen Vorlauf-/Rücklauftemperaturen gefahren, wird alternativ eine Kleinflächenregelstation installiert. An den vorhandenen Vor-/Rücklauf angebunden kann sie bis zu vier Heizkreise des Fonterra-Systems versorgen. Sind die Heizkreise auf mehrere kleine Räume verteilt, wird die Kleinflächen-Regel­station zusätzlich mit einer Fonterra-Basiseinheit sowie elektrischen Stell­antrieben ausgerüstet.

Hohe Volumenströme
Das zum Einsatz kommende Systemrohr ist bei den von Viega geführten Flächen­temperiersystemen unabhängig vom Einsatzbereich – Boden oder Wand – immer dasselbe PB-Rohr. Es zeichnet sich durch hohe Volumenströme sowie gute Biegefähigkeit selbst bei niedrigen Verarbeitungstemperaturen aus. In den vorkonfektionierten Trockenbau-­Systemelementen ist das PB-Rohr in der Dimension 12 x 1,3 mm integriert, für die Bodenmontage (»Fonterra Tacker« oder »Fonterra Base«, mit Noppenplatte) kann auch ein Rohr in der Dimension 15 x 1,5 mm eingesetzt werden.

Abbildungen: Viega                                                                                                                                   Ausgabe: 12/2013

  1. Viega_1 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden
  2. Viega_2 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden
  3. Viega_3 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden
  4. Viega_4 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden
  5. Viega_5 Ausbau und Fassade - Kombi für Wand und Boden