01. Januar 2016

Gutes Wohnklima schaffen

Caparol_Gesund_1 Ausbau und Fassade - Gutes Wohnklima schaffen

Mit den richtigen Baustoffen kann zu Hause ohne Weiteres ein gutes und ­gesundes Wohnklima geschaffen werden. Aber auf was genau kommt es an? Caparol-Produkt­manager Dr. Thomas Brenner stellte sich den Fragen der ausbau + fassade-Redaktion.

»Gesundes Bauen« – wer will das nicht? Welcher ­Gesichtspunkt ist ­Ihnen besonders wichtig?
Thomas Brenner: Den Großteil unseres Lebens halten wir uns in Häusern und Innenräumen auf. Experten schätzen, dass wir bis zu 80 Prozent unserer Zeit – also rund 19 Stunden täglich – in ­geschlossenen Räumen verbringen.
Der Einfluss dieses Wohnens in Innen­räumen auf unsere Gesundheit und Psyche ist hoch. Gerade im eigenen Wohnumfeld sollte dringend auf ein ­gesundes Wohnklima geachtet werden. Für unser Wohlbefinden ist es wichtig, dass dieses private Umfeld so gesund und positiv wie möglich ausgestaltet ist. Ein gelungenes Miteinander von Form und Material, Farbe und Licht, Funktion und Dekor schafft eine Wohlfühl-Atmosphäre mit Stil.

Wie sehen sie dabei die Aufgabenverteilung bei den Baubeteiligten wie Planung, Fachhandwerk und Baustoffhersteller?
Jedes am Bau eingesetzte Material sollte im Vorfeld stets geprüft und sorgfältig ausgewählt werden. Bei Farben und Lacken beispielsweise sind Aspekte wie Farbtonvielfalt ebenso gefragt wie sehr gute Umwelteigenschaften, hohe Deckkraft und robuste Materialeigenschaften. Grundlage ist eine nachhaltige ­Planung, die neben der technischen Qualität des Gebäudes ökonomische und ökologische Aspekte genauso berücksichtigt wie soziale und gesundheitliche Themen.

Wenn Sie ein Haus unter dem ­Gesichtspunkt bauen sollten, ein ­gesundes Wohnklima zu erzeugen, welche Produkte würden Sie hier einsetzen und warum?
Im Innenbereich sind besonders hochwertige Wandfarben unerlässlich. Hier sollten ausschließlich Anstrichstoffe aufgetragen werden, die emissions­minimiert und lösemittelfrei sind. Auch Weichmacher haben in sensiblen Wohnbereichen nichts verloren. Noch strengere Kriterien gelten für allergisch reagierende Menschen oder immun­geschwächte Personen. Hier sind ausschließlich Innenfarben zu empfehlen, die auf allergene Bestandteile geprüft und somit für Allergiker geeignet sind. Ein entsprechendes Gutachten ist zwingend erforderlich. Möchte man darüber hinaus aktiv die Luft von Schadstoffen befreien, so empfiehlt sich die Anwendung von photokatalytisch aktiven ­Farben. Nicht zu vernachlässigen ist der positive psychologische Effekt, der sich durch eine nachhaltige Verbesserung der akus­tischen Wohnraumsituation ­ergibt. ­Dieser wichtige Aspekt wird bei einer ganzheitlichen Betrachtung ­häufig vernachlässigt.

Gerade das Thema »Schimmel« belas­tet Raumluft und Bewohner. Hier ­helfen häufig nur Farben, die mit Wirkstoffen angereichert sind. Ist dies unter dem Aspekt des gesunden Raumklimas vertretbar?
Ursache von Schimmel im Wohnbereich ist immer ein Zuviel an Feuchtigkeit, unabhängig davon, ob die Feuchtigkeit bauphysikalische oder nutzerbedingte Ursachen hat. Auf trockenen Wänden wächst kein Schimmel. Sollten die ­Ursachen der Feuchtigkeit nicht zu ­beheben sein, so wäre die erste Wahl die Verwendung einer kapillaraktiven sorptionsfähigen Beschichtung in ­Kombination mit einem Silikatanstrich. Sollten diese Maßnahmen nicht greifen, so bietet sich der Gebrauch von Schimmelschutzfarben an. Die Verwendung von Schimmelschutzfarben ist unbedenklich und durch entsprechende Prüfgutachten bezüglich der Emission abge­sichert.

Wann ist der Handwerker auf der ­sicheren Seite? Welche Orientierungspunkte gibt es für ihn?
Der Handwerker sollte auf eine starke Marke verbunden mit unabhängigen Prüfgutachten vertrauen. Als Orientierungspunkte eignen sich hierbei frei­willige Gütezeichen wie zum Beispiel Zertifizierungen durch den TÜV-Nord.

Um die Klimaschutzziele zu erreichen und energieeffizientes Bauen zu ­sichern, sind Wärmedämm-Verbund­systeme (WDVS) unverzichtbar. Inwieweit sind WDVS auch geeignet, ein ­gutes Wohnklima zu erzielen?
Wärmedämm-Verbundsysteme sind bes­tens geeignet, um die Oberflächentemperaturen im Innenraum nachhaltig zu erhöhen. Dies führt zur Vermeidung des Niederschlagens von freiem Wasser auf unterkühlten Außenwandflächen und trägt maßgeblich zum Wohl­empfinden der Raumbenutzer bei, weil konvektive Strömungen maßgeblich ­unterdrückt werden.

Abbildungen: Carapol/Nuding                                                                                            Ausgabe: 6/2013

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