07. Juni 2016

Mit Verwandten Steuern sparen

In vielen Stuckateurbetrieben arbeiten Angehörige mit, geben der Firma ein Darlehen oder mieten eine Wohnung. Doch Steuern sparen können sie damit nur, wenn sie wichtige Spielregeln beachten. Der schnelle Überblick für den Chef.

 

Handwerksbetriebe sind häufig familiengeführt. In Einzelunternehmen oder Personengesellschaften ist dabei die Vermischung von betrieblichen mit privaten Belangen die Regel. Aber auch in der GmbH, die eine strikte Trennung zwischen Firma und Privatem verlangt, spielen Verträge mit Verwandten eine große Rolle. Das Finanzamt freilich wittert hinter Familienverträgen gerne, dass an sich private Zuwendungen in der Steuererklärung als Firmenkosten auftauchen, um sie voll absetzen zu können. »Derartige Vertragsverhältnisse werden von der Finanzverwaltung äußerst kritisch geprüft und nur dann steuerlich anerkannt, wenn kein so genannter Missbrauch steuerlicher Gestaltungsmöglichkeiten vorliegt«, weiß Barbara Rosett, Leiterin der Steuerabteilung beim Zentralverband Deutsches Baugewerbe in Berlin.

Verträge mit Angehörigen abschließen
Deshalb müssen Unternehmer darauf achten, dass sie die Verträge mit Angehörigen richtig vereinbaren und auch tatsächlich praktizieren. »Grundsätzlich sollten diese wie mit einem Vertragspartner  abgeschlossen und praktiziert werden, der nicht zur Familie gehört«, bestätigt Bernhard Leibfried, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der Kanzlei KKLB in Fellbach bei Stuttgart. »Fehlt etwa der schriftliche Vertrag, fließen Gelder wie Lohn, Darlehensraten oder Miete bar in die Kasse des Empfängers, ist dies fürs Finanzamt ein Indiz für private Interessen im Vordergrund.« Zwar hat der Bundes - finanzhof entschieden, dass Indizien noch keine Versagung des Steuerspareffekts rechtfertigen. »Doch besser ist es, solchen Ärger von vornherein zu vermeiden«, rät Leibfried. Zum Beispiel beim Arbeitsvertrag. Lohn, Gehalt, Sozialabgaben und sonstige Zuwendungen zählen nur
dann zu den Ausgaben, mindern den Gewinn und senken die Steuern, wenn sie betrieblich veranlasst sind. Der mitarbeitende Ehegatte etwa kann Werbungskosten geltend machen und seinerseits Steuern sparen. Die Hauptvertragspflichten sollten vereinbart sein: Art und
Umfang der Tätigkeit, Höhe des Lohns oder Gehalts, Arbeitszeit, Zeitpunkt der Zahlung, Urlaubstage, Kündigung, Lohnfortzahlung sowie Zusatzleistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Bei der Tätigkeit sollten Chef und familiärer Mitarbeiter darauf achten, dass
diese deutlich über gelegentliche Mithilfe hinausgeht. »Und bei der Bezahlung ist in Firmen mit Tarifbindung der Tariflohn, in anderen der Mindestlohn unterste Grenze«, so Jens Köhler, Fachanwalt im Kölner Haus des Handwerks. Nach oben gilt in etwa die Grenze von 30
Prozent Zuschlag. »Damit dieser nicht gegen den Fremdvergleich mit nichtfamiliären Beschäftigten verstößt, sollte der Unternehmer die Tätigkeitsbeschreibung umfangreicher gestalten«, empfiehlt Köhler. Insgesamt, so der Experte, handelt es sich beim Arbeitsvertrag mit Angehörigen um einen ganz regulären Vertrag. Die am besten schriftlich getroffenen Vereinbarungen dienen nicht nur dem Steuerabzug,
sondern helfen im Konfliktfall auch, Störungen zu beseitigen und wenn es sein muss, das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß zu beenden.

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