07. März 2017

Suche nach gemeinsamen Wegen

KIT-2 Ausbau und Fassade - Suche nach gemeinsamen Wegen
Foto: Dolt
Foto: Dolt

Das Branchenforum KIT 4.0 widmet sich dem Thema »Wie bauen wir in der Zukunft?«. Dabei geht es auch darum, wie die Unternehmen der Stuckateur- und Ausbaubranche auch morgen noch erfolgreich sein können. Veranstalter ist der Fachverband der Stuckateure in Baden-Württemberg (SAF). ausbau + fassade sprach mit Rainer König (1. Vorsitzender) und Hermann Blattner (Ressortleiter Marketing).

Herr König, Herr Blattner, was soll sich denn noch groß verändern am Bau?

Rainer König: Es kommen große Veränderungen auf unser Handwerk zu. Unsere Kunden wollen immer mehr Leistungen aus einer Hand. Hier braucht es einen Kümmerer ….

Zum anderen ist sicherlich die Digitalisierung eine ganz große Herausforderung für alle am Bau Beteiligten. Das Building Information Modelling (BIM) wird sich rasant entwickeln und in alle Bereiche unserer Arbeit hineinspielen. Auch das Thema Vorfertigung und systematisiertes Bauen, um die geforderten Bauqualitäten erfüllen zu können, wird uns sehr stark beschäftigen.

Diese Veränderungen thematisieren Sie jetzt im Forum KIT 4.0. Was erwartet den Besucher inhaltlich?

Hermann Blattner: Inhaltlich geht es am ersten Tag des Branchentreffs um Zukunftsfragen. Von Harry Gatterer, einem der renommiertesten  Zukunftsforscher, werden Zukunftsthesen und Zukunftsentwicklungen aufgeworfen und danach mit den Größen unserer Branche auf dem Podium diskutiert. Jeder ­einzelne Besucher kann im Branchentreff mit den ­Ansprechpartnern der Industrie und der Fachorganisation erörtern, inwiefern dies seinen eigenen Betrieb betreffen wird. Am zweiten Tag gibt es zum einen zahlreiche Fachvorträge zu vielfältigen Themen sowie konkrete Vorträge der Industrie mit praktischem Bezug. Im Rahmen einer Zukunftsbaustelle zeigen die Ausbau Manager, wie die Kommunikation zwischen Büro und Baustelle effektiv organisiert werden kann.

Welche Chancen ergeben sich aus den prognostizierten Veränderungen?

Rainer König: Das qualifizierte Fachhandwerk hat nur dann eine Chance, wenn es sich über zusätzliche Dienstleistungen und einer Qualität auf hohem Niveau gegenüber der Preissensibilität durchsetzen kann. Mit den auf der KIT 4.0 gezeigten Möglichkeiten sollen unsere Betriebsinhaber dabei unterstützt werden, ihren Betrieb auf die kommenden Herausforderungen der Märkte einzustellen. Nur im gemeinsamen Zusammenspiel  können die Beteiligten aus Industrie, Handel und Handwerk dauerhaft das bewährte Handwerk erhalten. Diese Entwicklungen werden unsere Leistungsspektren weiter verändern.

Das Forum KIT ist ein eingeführtes Veranstaltungs­format. Nun haben Sie Änderungen vorgenommen.

Hermann Blattner: Die Industrie präsentiert sich in einer einheitlichen Erscheinungsform zu ihren Zukunftsthemen. Der persönliche Kontakt und der Austausch stehen im Vordergrund, vor allem im Branchentreff. Anders als bei früheren KIT-Veran­staltungen haben wir keine bunten Stände, wo jeder ­Aussteller alles zeigt, was er zu bieten hat.

Wer sollte denn zur KIT 4.0 gehen?

Rainer König: Alle Industriepartner und Betriebsinhaber, Büroleiterinnen und Führungskräfte aus der Stuckateur-, Maler- und Ausbaubranche, die sich den zukünftigen Herausforderungen der Branche und der Märkte stellen und rechtzeitig darauf eingehen wollen. Nur so können sie sich aus der Rolle des Reagierers befreien und zum Handelnden entwickeln. Momentan denke ich in diesem Zusammenhang oft an das Gorbatschow-Zitat: »Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben!«

Der Zusatz »4.0« – das lässt darauf schließen, dass das Digitale eine besondere Rolle spielt. Ist das so?

Rainer König: Ja, 4.0 ist ein Hinweis auf die digitale Veränderung. Aber es ist auch ein Hinweis auf die Kommunikation während der Veranstaltung und darüber hinaus: Mit der KIT-App können die Kongress­besucher zum einen Informationen der Industrie- und Handelspartner konkret anfordern, sie erhalten darüber hinaus über dieses Medium Zugang zu allen digital aufgezeichneten Vorträgen sowie die Möglichkeit, sich live über dieses Instrument in die Podiumsdiskussion einzubringen.

Sie haben wieder Ausstellungspartner mit im Boot. Wie werden diese in das neue Konzept eingebunden?

Hermann Blattner: Die ausstellenden Partner mussten sich schon im Vorfeld der KIT mit den von ihnen angebotenen beziehungsweise bearbeiteten Zukunftsthemen auseinandersetzen und sich dabei auf ein, zwei Themen fokussieren und sollen keinen »Bauchladen« zeigen. Im Branchenforum geht es um die Suche nach gemeinsamen Wegen und Entwicklungen, das kann nicht die Industrie alleine leisten, aber auch das Handwerk nicht. Wir sind alle aufeinander angewiesen. Deshalb spielt der Dialog auf diesem einzigartigen Branchentreff und die gemeinsame Marktbearbeitung in der Zukunft so eine große Rolle. Uns bewegt die Frage: Was machen wir gemeinsam in ein, zwei oder fünf Jahren?

Zwei Tage Information und Kommunikation – und dann? Was sollen die Teilnehmer mitnehmen?

Rainer König: Die KIT soll natürlich allen Kongressteilnehmern richtig viel Spaß machen und auch positiv in Erinnerung bleiben. Mit dem Programm, dem vielseitigen Fachangebot, dem Austausch untereinander zu den Fragen des Morgens und Übermorgens, der Lage am herrlichen Bodensee. Bei gutem Essen wollen wir positive Impulse geben. Impulse für die großen Veränderungen, vor denen wir stehen und aufzeigen, dass jeder Entscheider sich diesen stellen muss. Die KIT soll auch sensibilisieren, sich im Austausch mit Kollegen, Beratern und Geschäftspartnern Gedanken zu machen, wohin der Weg gehen soll.

Hermann Blattner: Je klarer uns allen bewusst wird, dass wir so wie bisher nicht mehr weiter machen können, umso klarer wird es uns, dass wir alle – jeder für sich in seinem Bereich – nach guten Wegen und Lösungen suchen und auch finden muss. Durch die App gibt es eine sehr gute Möglichkeit, den Branchenkongress nachzubereiten und die Zukunftsplanung des Betriebes anzugehen.

Hat ein Spätentschlossener noch die Chance, eine Karte zu erhalten?

Hermann Blattner: Momentan sind noch Plätze verfügbar. Aber es ist natürlich empfehlenswert, nicht bis auf den letzten Drücker zu warten, da die Teilnehmerplätze auf unserem Kongress Kontakte-Ideen-Trends begrenzt sind. Zumal schon weit über 400 Anmeldungen vorliegen. 

Interview: Paul Dolt

 

Ausgabe 03 / 2017

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