Ausbau und Fassade - Lexikon
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Lexikon für Stuck, Putz, Trockenbau und Wärmedämmung

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Begriff Definition
Abdeckschicht

Eine zu den Deckenauflagen gehörende Zwischenschicht in einer Estrichkonstruktion.
Abdeckschichten („Schrenzlage“) können unterschiedliche Schutzfunktionen erfüllen:
-    für die Dämmschicht eines Estrichs auf Dämmschicht nach unten gegen Restfeuchtigkeit aus der Rohdecke
-    für die Dämmschicht eines Estrichs auf Dämmschicht nach oben gegen Eindringen des Estrichmörtels (Nassestrich, Fließestrich) 

Abdichtung

Eine der verschiedenen Arten von Zwischenschichten innerhalb einer Estrichkonstruktion.
Abdichtungen übernehmen für den Estrich Schutzfunktionen gegen Feuchtigkeitbelastungen:
-    von unten: auf Bodenplatten gegen Bodenfeuchtigkeit oder drückendes Wasser
-    von oben in Nass- oder Feuchträumen zwischen Estrichplatte und Bodenbelag.
Als Materialien werden bituminöse bzw. Kunststoff-Bahnenabdichtungen verwendet.

Abplatzungen

Eine der verschiedenen Erscheinungsformen von Putzschäden. Abplatzungen von Putzsystemen, -lagen, -schichten oder Anstrichbeschichtungen entstehen, wenn die im Beschichtungssystem oder Putzgrund auftretenden Zug- und Scherspannungen nicht mehr über den Haftverbund zwischen Putzgrund und Beschichtung weitergeleitet und dort aufgenommen werden können. Sie sind meist verbunden mit Blasen- und Rissbildung.

Absandungen

Eine der verschiedenen Erscheinungsformen von Putzschäden. Absandungen haben Bindemittelverlust des Putzes zur Ursache. Dieser kann durch chemische Reaktionen mit der Umwelt (z.B. „saurer Regen“), durch Verwitterung und Auswaschung oder aber durch Verarbeitungsfehler des Putzmörtels (Mischungsverhältnis, Putzarbeiten bei Frost oder Hitze) verursacht worden sein.

Akustikputz

Besondere Putzart für Innenputze mit der Aufgabe der Regulierung der Raumakustik.  Akustikputze reduzieren durch ihre offenporige Oberfläche und schallabsorbierende Porenstruktur die Nachhallzeiten in Innenräumen mit schallharten Oberflächen. Auf Grund ihrer hohen Porosität besitzen sie geringe Druckfestigkeiten und stoßempfindliche Oberflächen. Akustikputze werden in mehreren dünnen Putzlagen als Spritzputz oder von Hand aufgetragen.

Anmachwasser

Bestandteil eines mineralisch gebundenen Putzmörtels, der zur chemischen Erhärtungsreaktion (Karbonatisation, Hydratation) erforderlich ist. Die über die dafür erforderliche Wassermenge hinaus gehende Menge Überschusswasser dient zur Steuerung der Konsistenz für die Verarbeitung des Frischmörtels und wird ihm durch Verdunstung bei der Trocknung und die Saugfähigkeit des Putzgrundes wieder entzogen.

Anwendungsgebiete Dämmstoff

Zuordnung der Dämmstoffe nach DIN 4108-10 zu bestimmten Verwendungsmöglichkeiten auf Grund ihrer Eigenschaften. Die Anwendungsgebiete werden durch Kurzzeichen in Großbuchstaben gekennzeichnet und gliedern sich in Anwendungen für:

Armierungsputz

Mit einer eingebetteten Putzarmierung versehene zusätzliche Putzlage zwischen Unterputz und Oberputz eines mehrlagigen Putzsystems oder als Unterputz eines WDV-Systems.

Aufbrennsperre

Anstrichtechnische Maßnahme zur Putzgrundvorbehandlung bei einem stark saugenden Putzgrund. Die starke Saugfähigkeit des Putzgrundes entzieht dem frisch aufgetragenen Putzmörtel das zur Erhärtung nötige Anmachwasser zu schnell. Er „brennt“ auf, haftet schlecht und erhärtet unvollständig.

Aufsteigende Feuchtigkeit

Durch starke Wasseraufnahme durchfeuchtete poröse mineralische Baustoffe können durch ihre kapillare Leitfähigkeit Feuchtigkeit über große Strecken transportieren. Darin gelöste bauschädliche Salze werden auf diese Weise ebenfalls mit transportiert und können durch Verdunstung der Feuchtigkeit oberflächennah in oder auf Bauteilen auskristallisieren und zu Ausblühungen und Gefügezerstörung der Bauteile führen.

Ausblühungen

Durch Verdunstung von im Wasser durchfeuchteter Bauteile gelösten bauschädlichen Salzen kristallisieren diese aus und erzeugen durch die damit verbundene Volumenvergrößerung sehr starken Sprengdruck. Dies führt zur Zerstörung des Baustoffgefüges und zu Abplatzungen von Putz- und Anstrichschichten. Geschieht dies auf Bauteiloberflächen, entsteht ein aus Salzkristallen bestehender Belag, der als Ausblühung bezeichnet wird. Als Gegenmaßnahmen sind Ursachenbeseitigung und Einsatz eines Sanierputzsystems nötig.

Außenputz

Auf der Außenseite eines Außenbauteils (z.B. Außenwand) angeordnetes Putzsystem nach DIN EN 13914-1 und DIN 18550-1.

Ausgleichsestrich

Eine nach der Art der Aufgabenstellung bezeichnete Estrichart. Ausgleichsestriche werden als Verbundestrich zum Ausgleich von stärkeren Unebenheiten der Rohdecke oder zur Aufnahme von auf der Rohdecke verlegten Rohrleitungen verwendet. Für Trockenbauarbeiten können Trockenschüttungen ähnliche Aufgaben übernehmen.

Ausgleichsputz

Innerhalb eines Putzssystems die erste Lage eines zweilagigen Unterputzes zum Ausgleich von Putzgrundunebenheiten. Weist dieser starke Unebenheiten (> 10 mm) aufweist, kann sie ein einlagiger Unterputz nicht aufnehmen, da er auf Grund starker Schichtdickenunterschiede ungleichmäßig erhärtet und schwindet und daher rissgefährdet wäre.

Baukalke

Bindemittel für mineralische Putzmörtel nach DIN 18550.
Baukalke werden in folgende Gruppen unterteilt:
-    Luftkalke, die durch Karbonatisation erhärten
-    Kalke mit hydraulischen Eigenschaften, die je nach Zusammensetzung durch kombinierte Vorgänge mit unterschiedlichen Anteilen von Hydratation und Karbonatisation erhärten.

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